Günter Rudolph (SPD): Inszenierung von Neonazis muss aufgeklärt werden

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag Günter Rudolph hat die Hessische Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann aufgefordert, in der Sitzung des nächsten Wissenschaftsausschusses (Mittwoch, 11. Mai) zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass Neonazis die Eröffnung des Archäologischen Landesmuseums „Keltenwelt am Glauberg“ für eine eigene Inszenierung missbrauchen konnten. „Es muss dringend aufgeklärt werden, warum das Ministerium hier so versagt hat“, sagte Rudolph am Freitag in Wiesbaden. Allein die Geschichte des Ortes hätte die Organisatoren doch sensibilisieren müssen. „Das sich die Landesregierung dafür hat derart missbrauchen lassen, stinkt zum Himmel“, sagte der SPD-Politiker.

Derweil bleibe die Ministerin in allen wichtigen Fragen Antworten schuldig. „Dass die beiden Sicherheitsleute – nach unseren Informationen zwei einschlägig bekannte Rechtsradikale – überhaupt vor Ort sein konnten, ist ein Skandal“, so Rudolph. Das Ministerium habe mit der Entfernung zu spät reagiert. „Da hatten die Journalisten schon alle Bilder gemacht“, so Rudolph.

Das Museum habe das Land Hessen neun Millionen Euro gekostet. „Nun wird seine Eröffnung mit Bildern in Verbindung gebracht, auf denen Neonazis die Statue eines Keltenfürsten bewachen. Das ist keine gute Werbung für dieses wichtige und ambitionierte Projekt“, sagte Rudolph. Es drohe nun die Gefahr, dass das Museum zur Wallfahrtsstätte von Neonazis mutiere und kulturinteressierte und weltoffene Bürgerinnen und Bürger abgeschreckt würden. „Auch auf internationale Gäste hat die Darstellung der Eröffnung in den Medien sicherlich keinen guten Eindruck gemacht“, so Rudolph.

Die SPD werde nun einen Fragenkatalog zum Vorfall erstellen und der Ministerin übersenden.