Heike Habermann (SPD): Lehrerausbildung darf nicht zum Steinbruch werden

Die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann hat die geplante Einsparmaßnahme der Landesregierung bei der Lehrerausbildung nachdrücklich kritisiert. „Immer weitere Details werden über die Sparpläne der Landesregierung bekannt und immer klarer wird, dass die Kultusministerin die Zukunftsfähigkeit der hessischen Schulen aufs Spiel setzt.“

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau wurde berichtet, dass die Landesregierung deutliche Einschnitte bei der Lehrerausbildung und bei den schulischen Unterstützungssystemen plane. Das vorgegebene Sparziel von 68 Millionen solle offensichtlich zu Lasten der Ausbildung, der Staatlichen Schulämter und der Studienseminare erreicht werden. Das sei verantwortungslos und kurzsichtig und gefährde mittelfristig nicht nur die Unterrichtsversorgung sondern zerstöre auch den Prozess der selbstverantwortlichen Schule.

„Wir fordern die Landesregierung auf, detailliert über den aktuellen Beratungsstand der Sparüberlegungen im Plenum des Hessischen Landtags zu berichten und dabei verbindlich zu erklären, ob und inwieweit die in den Medien berichteten Pläne zutreffend sind. Dazu wird die SPD-Fraktion auch einen Antrag ins Parlament einbringen“, sagte Habermann. Die SPD spreche sich entschieden dagegen aus, die Lehrerausbildung zum Steinbruch der schwarz-gelben Sparmaßnahmen zu machen. Eine Ausdünnung der Kapazitäten in der Lehrerausbildung würde dazu führen, dass der ohnehin drohende Lehrermangel sich dramatisch verschärfen würde. Habermann erinnerte in diesem Zusammenhang an die einstimmige Beschlussfassung des Landtags im Jahr 2008 zur Ausweitung der Stellen für die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, um der Unterversorgung in bestimmten Fächerkombinationen entgegenzuwirken.

Auch der Zerschlagung der schulnahen Struktur der Staatlichen Schulämter stoße auf den Widerstand der SPD. Gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Veränderungsprozesse der Schulen in Verbindung mit der erhöhten Selbstverantwortung von Schulen sei eine schulnahe Beratung der Schulen durch die Staatlichen Schulämter zwingend erforderlich. Insofern müsse die bestehende Struktur der Unterstützungssysteme zum Gelingen der anderen Reformprozesse erhalten werden.

„Der Bildungsetat hat keinen finanziellen Spielraum für Kürzungen. Eine Qualitätssteigerung in den Schulen ist nicht nur von der Lehrerversorgung abhängig. Vielmehr muss die Ausbildung junger Lehrkräfte quantitativ und qualitativ sichergestellt werden und die Unterstützungssysteme müssen arbeitsfähig erhalten werden“, sagte Habermann.