Erhöhung des Windkraftanteils ist großer Schritt zur dezentralen Energieversorgung

Der Sprecher für Erneuerbare Energien der SPD-Landtagsfraktion Timon Gremmels hat den heutigen Grundsatzbeschluss der Regionalversammlung Nordhessen, der vorsieht, im Rahmen der Neuaufstellung des Kapitels „Erneuerbare Energien“ im Regionalplan den Anteil der Windenergie deutlich zu erhöhen, nachdrücklich begrüßt. „Das bedeutet für die Region Nordhessen einen großen Schritt in Richtung dezentraler Energieerzeugung“, sagte Gremmels, der zugleich auch Mitglied der Regionalversammlung ist, am Montag.

Der Beschluss war nötig geworden, nachdem das Energiekapitel des Regionalplans wegen zu geringer Flächen für Windkraft vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof Mitte März aufgehoben wurde. „Es war absehbar, dass das Gericht eine solche Entscheidung trifft. Wenn nur rund 0,3 Prozent der Fläche für Windkraft vorgesehen ist, kommt das de facto einem nahezu vollständigen Ausschluss gleich.“ Die SPD-Landtagsfraktion plane seit Jahren, mindestens 1,5 Prozent der Landesfläche für Erneuerbare Energien vorzuhalten, sei aber mit entsprechenden Forderungen im Landtag regelmäßig an CDU und FDP gescheitert. Das Kasseler Fraunhofer Institut für Windkraft und Energiesystemtechnik (IWES) hatte letzte Woche sogar 2 Prozent der Landesfläche allein für Windenergie gefordert.

„Leider haben wir durch die bisherige Blockadepolitik der Landesregierung wichtige Zeit verloren und geben Schlusslicht im Bundesländervergleich bei der Nutzung der Windkraft abzugeben“, kritisierte Gremmels. Bei Umweltministerin Puttrich habe jetzt aber scheinbar ein Umdenken eingesetzt. Die CDU hatte noch im letzten Landtagswahlkampf flächendeckend gegen „Windkraftmonster“ plakatiert. „Das VGH gibt allen Beteiligten eine zweite Chance, die Nutzung der heimischen Windkraft deutlich zu fördern. Das sollten wir nutzten.“ Gremmels appellierte an alle Fraktionen in der Regionalversammlung zwischen 10.000 und 30.000 Hektar der nordhessischen Fläche für Windkraft freizugeben. Um Akzeptanz bei den Menschen zu erzielen, sollte aber beispielsweise die 1.000-Meter-Abstandsregelungen zur Wohnbebauung beibehalten werden.

Für die Städte und Gemeinden sieht der SPD-Politiker in der dezentralen Winderzeugung große Potentiale für die regionale Wertschöpfung. Darüber hinaus bringen die Windkraftanlagen Gewerbesteuereinnahmen in die häufig klammen Kommunalhaushalte. „Wichtig wäre jetzt, dass die Landesregierung, den Kommunen die wirtschaftliche Betätigung in diesem Bereich wieder vollständig erlaubt. Ich bin mir sicher, dass die Akzeptanz der Bürger steigen wird, wenn sie wissen, dass das Windrad am Ortsrand ihrer Kommune gehört und nicht einem anonymen Investor“, so Gremmels.