Timon Gremmels (SPD): Risikoeinschätzung liegt längst vor

Die im Nachgang der von Umweltminister Röttgen vorgestellten neuen Sicherheitskriterien für Atomkraftwerke von Umweltministerin Puttrich angekündigte „zügige Überprüfung“ der Sicherheit der beiden Blöcke Biblis A und B soll anscheinend darüber hinwegtäuschen, dass es längst Untersuchungen gibt, die den Anlagen mangelnde Sicherheit attestieren. Zu diesem Schluss kommt der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels und bezieht sich dabei auf ein seit 2002 vorliegendes Gutachten der Internationalen Länderkommission Kerntechnik (ILK), das beiden Blöcken in Biblis bescheinigt, einem gezielt herbeigeführten Flugzeugabsturz nicht standzuhalten.

„Zumindest die Frage, ob die Reaktorhüllen nach einem Flugzeugabsturz zu Bruch gehen können, ist seit fast zehn Jahren beantwortet: sie können. Und gerade dieser Tatbestand ist es doch, der Biblis A und B weit über das so genannte Restrisiko hinaus so gefährlich macht und die Stilllegung erfordert.“ Wie das gesamte Moratorium sei auch die mit hehren Worten angekündigten Sicherheitsprüfungen ganz offensichtlich eine reine Alibiveranstaltung. „Es soll einzig auf Zeit gespielt werden. Eine ernsthafte Prüfung würde mehr als drei Monate in Anspruch nehmen, doch die ist gar nicht beabsichtigt“, sagte Gremmels.