Dr. Thomas Spies (SPD): Ohne ausreichendes Personal keine ausreichende Hygiene

„Gute Krankenhaushygiene wird nur erreicht, wenn das Personal genug Zeit für Hygienemaßnahmen hat“, sagte Dr. Thomas Spies, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion zum heute vorgestellten Krankenhaushygienegesetz. „Ohne Personalmindeststandards für Krankenhäuser wird es auch keine Sicherheit in der Krankenhaushygiene geben.“

Der Arzt und Gesundheitspolitiker erinnerte daran, dass in Deutschland nach Schätzungen jährlich weit über 10.000 Menschen an vermeidbaren Krankenhausinfektionen versterben. „Hygienemaßnahmen sind nur erfolgreich, wenn sie mit ausreichender Zeit durchgeführt werden“, so Spies. Deshalb habe der SPD-Parteivorstand bereits am 8. November 2010 auf einen hessischen Vorschlag hin beschlossen, verbindliche Personalmindeststandards für Krankenhäuser einzuführen. Nur mit ausreichendem Personal könne die Qualität der Versorgung gesichert und gute Arbeitsbedingungen geschaffen werden. „Arbeit mit kranken Menschen geht nicht im Akkordtakt“, erklärte der Gesundheitspolitiker.

Minister Rösler greife hier mit seinem Vorschlag viel zu kurz. „Es reicht nicht, den Ländern Verordnungen vorzugeben, man muss auch im eigenen Bereich handeln. Dazu gehören bundesweite Personalmindestzahlen und die Refinanzierung des dazu erforderlichen Personals über das SGB V. Hier wäre der Bundesgesundheitsminister gefordert“, sagte Spies.