Petra Fuhrmann (SPD): Beschwichtigungsministerin Puttrich gibt leichtfertig Entwarnung

Die Aussage von CDU-Ministerin Lucia Puttrich in der FAZ (Freitagsausgabe), es gebe in Hessen keine belasteten Lebens- und Futtermittel, hat die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Petra Fuhrmann als „in höchstem Maße abenteuerlich“ bezeichnet. „Die Beschwichtigungsministerin glänzt mal wieder mit mangelndem Wissen“, so Fuhrmann. Zu behaupten, dass es in Hessen keine Probleme gebe, weil nur vier Prozent der Futtermittel hierzulande produziert würden, spreche für vollendeten Realitätsverlust. Damit kämen zum einen schließlich 96 Prozent aus anderen Bundesländern, eventuell auch aus Niedersachsen, wo der Skandal seine Wurzeln habe. Zum anderen sei eine 100-prozentige Kontrolle dieser riesigen Menge nach Hessen kommender Futtermittel unter den gegebenen Umständen ohnehin gar nicht zu realisieren. Darüber hinaus würden auch jede Menge Lebensmittel in Hessen verkauft, die in anderen Bundesländern produziert worden seien, sagte Fuhrmann und verwies darauf, dass Hessen im Verbraucherschutzindex 2010 im Vergleich der Bundesländer von Rang 10 auf den letzten Platz bei der Lebensmittelkontrolle abgerutscht sei.

„Deshalb kann ich vor einer vorschnellen Entwarnung im Dioxinskandal, wie sie von der Beschwichtigungsministerin Puttrich im Interview mit der FAZ gegeben wurde, nur warnen“, sagte Fuhrmann. „Guter Verbraucherschutz, der die Bürgerinnen und Bürger in Hessen vor dunklen Machenschaften in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie schützt, sieht wirklich anders aus!“