Genehmigung von Block 6 zeugt von energie- und klimapolitischer Blindheit

„Mit der jetzt erfolgten Genehmigung des Ausbaues des Kohlekraftwerkes am Standort Staudinger erweist sich der Darmstädter Regierungspräsident als Erfüllungsgehilfe von E.On, weil er völlig außer acht lässt, dass es einerseits gar keinen Bedarf für ein Mega-Kohlekraftwerk an diesem Standort gibt und andererseits die Zeit für Energieerzeugung durch neue fossile Großkraftwerke abgelaufen ist. Die energiepolitische Zukunft wird von den Erneuerbaren Energien bestimmt“, sagte am Mittwoch der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Manfred Görig, zur heute bekannt gegebenen Entscheidung des Regierungspräsidenten.

Bereits Anfang November hätten die Stadtwerke Hannover mit ihrem Ausstieg aus dem Projekt das richtige Signal gegeben. „Wenn ein Energieversorger die Entscheidung trifft, am Standort Staudinger nicht zu investieren, so geschieht dies doch nicht ohne Grund. Bereits die Planung von Block 6 sei ohne Berücksichtigung der Interessen der Region und ihrer Bevölkerung geschehen, sagte Görig.

Die Errichtung eines weiteren Steinkohleblocks im Rhein-Main-Gebiet werde die Schadstoffbelastung der Umgebung erhöhen und sei deshalb strikt abzulehnen. „Eine alleine nach administrativen Gesichtspunkten erteilte Erlaubnis einer wenig effizienten, Schadstoff erhöhenden und am hiesigen Bedarf vorbei produzierenden Energieerzeugung beweist die energie- und klimapolitische Blindheit der Genehmigungsbehörde. Wir begrüßen deshalb die angekündigte Klage von Städten und Gemeinden der Region gegen die Genehmigung.“