Günter Rudolph (SPD): Konzept der Landesregierung zu technokratisch

Als „zu technokratisch“ bezeichnete der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph das von Kultusministerin Henzler vorgelegte Konzept für die selbstständige Schule in Hessen. „Die Ministerin sieht offensichtlich in der Selbstständigkeit von Schulen einen Selbstzweck oder bestenfalls ausschließlich ein Organisationsprinzip. Das greift aber zu kurz. Denn wenn die Schulen kaum Freiheiten bei der Unterrichtsgestaltung erhalten, dann ist es ein Konzept der Buchhalter und nicht der Pädagogen“, stellte Rudolph am Donnerstag in Wiesbaden klar.

So habe die Kultusministerin viel über die Fragen von Kapitalisierung von Stellen und Deputaten, der Zusammenführung von Budgets und der Personalverantwortung von Schulleitungen gesprochen, aber kein einziges Wort darüber verloren, was sich in der Klasse und im Unterricht ändern könne.

„Aber genau das erwarten wir. Schulen brauchen Freiheiten, um im Unterricht individueller auf die Kinder eingehen zu können, um sie dort abzuholen, wo sie stehen und jeden einzelnen von ihnen in den Blick nehmen zu können“, unterstrich Rudolph.

Gegen die Einführung eines „kleinen Budgets“, in dem die Mittel für Fortbildung, die verlässliche Schule oder auch die Lernmittel zusammengefasst würden, sei nichts einzuwenden. „Allerdings ist es schon zynisch, diesem Budget erst rund 10 Millionen Euro zu entziehen, die Mangelverwaltung an die Schulen zu geben und das ganz dann als großen Wurf zu verkaufen. So darf man mit Schulen nicht umgehen“, kritisierte Rudolph.

Mit Interesse habe die SPD zur Kenntnis genommen, dass das vorgelegte Konzept nun in den kommenden Monaten bis zur Verabschiedung des Schulgesetzes, das den Rechtsrahmen für die selbständige Schule bilden wird, kritisch diskutiert und verbessert werden solle.

„Wir haben als SPD bereits im September einen Schulgesetzentwurf in den Hessischen Landtag eingebracht, der die selbstständige Schule umfassend regelt. Wir stehen zu konstruktiven Beratungen bereit und bieten diese der Ministerin ausdrücklich an“, so Rudolph abschließend.