Regine Müller (SPD): Fachkräftemangel in der Altenpflege kommt nicht unerwartet

Die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Regine Müller, hat anlässlich der Veröffentlichung von Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes darauf hingewiesen, dass der drohende Mangel von Fachkräften in der Altenpflege schon lange abzusehen war. „Der Engpass war vorhersehbar“, so Müller. „Zum einen werden immer mehr Menschen pflegebedürftig, zum anderen gelingt es nicht, genügend Nachwuchs für diesen Beruf zu werben. Die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege sind ebenso wie in der Krankenpflege wenig attraktiv“, erläuterte Müller.

Schlechte Bezahlung, geringe Anerkennung sowie anstrengende und aufreibende Arbeit kennzeichneten in der Öffentlichkeit das Bild der Altenpflegerinnen und Altenpfleger. „Die Pflegekräfte sind physisch und psychisch enorm gefordert. Sie müssen mehr Zeit haben für die zu pflegenden Menschen. Pflege im Minutentakt nach dem Motto „satt und sauber“ hilft den pflegebedürftigen Menschen nicht und belastet die Pflegekräfte“, kritisierte Müller.

Um eine menschenwürdige Pflege zu gewährleisten, sei mehr Geld erforderlich. „Wir unterstützen daher die Forderung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands nach einer solidarischen Pflegeversicherung“, stellte die SPD-Politikerin fest. Die Pflegeversicherung wie auch die gesetzliche Krankenversicherung würden für eine gerechte Belastung und die notwendigen Einnahmen sorgen.

„Wir müssen jetzt umsteuern, damit wir nicht in wenigen Jahren einen echten Pflegenotstand bekommen. Nur wenn es uns jetzt gelingt, mit attraktiven Angeboten junge Fachkräfte zu werben, werden wir die Alten- und die Krankenpflege auf ein stabiles Fundament stellen können“, so Müller.