Uwe Frankenberger (SPD): Fachkräftemangel nicht überraschend

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Uwe Frankenberger begrüßt die Aufforderung an die Landesregierung, mehr gegen den Fachkräftemangel in Hessen zu unternehmen. „Als tausenden Auszubildenden in den letzten Jahren kein Ausbildungsplatz angeboten wurde, hat die SPD schon lange gemahnt, dass sich diese Politik des Abwartens irgendwann rächen werde. Es ist keinesfalls so, dass der demografische Wandel und damit auch ein erhöhter Fachkräftebedarf überraschend über Hessen kommen“, sagte Frankenberger am Freitag in Wiesbaden. Allerdings müsse sich neben der Landesregierung auch die Wirtschaft fragen lassen, ob sie in den vergangenen Jahren nicht zu wenig für die Ausbildung von Fachkräften getan habe.

Fachkräftemangel werde auch durch Studiengebühren produziert, die viele junge Menschen vom Studium abgehalten hätten. „Wir brauchen aber gerade mehr Akademiker, vor allem Ingenieurinnen und Ingenieure aller Fachrichtungen, um bei den zukünftigen Herausforderungen und gegenüber der internationalen Konkurrenz einen Spitzenplatz einzunehmen. Die Abschaffung der Studiengebühren war daher ein wichtiger und richtiger Schritt“, stellte Frankenberger fest.

Die Angebote des damaligen Bundesarbeitsministers Scholz, Fort- und Weiterbildung während der Kurzarbeit in der Krise zu unterstützen, seien ein richtiger Weg gewesen. Dieses Angebot sei aber von der Wirtschaft nur wenig genutzt worden. Es sei richtig, auf die Potenziale von Migrantinnen und Migranten, Jugendlichen ohne Ausbildung und arbeitslosen Älteren hinzuweisen. „Das Land muss seine Arbeitsmarkt-und Ausbildungsprogramme neu ausrichten. Die vorgesehene Kürzung ist auf jeden Fall kontraproduktiv und muss unbedingt korrigiert werden.“, so Frankenberger abschließend.