Dr. Thomas Spies (SPD): Gesetzentwurf durchgefallen – soziale Arbeit braucht mehr Praxis

„Sozialarbeiter und Sozialpädagogen arbeiten in hoch belasteten Situationen, wie z. B. Strafgefangenenhilfe, Suchtfälle, Kindeswohlgefährdung. Diese Aufgaben kann man nicht nur mit Theorie erfüllen“, so Dr. Thomas Spies, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zur heutigen Landtagsanhörung zum Sozialarbeiter- und Sozialpädagogengesetz.

Hintergrund ist der Plan der Landesregierung, die notwendige Praxisphase der Ausbildung von einem Jahr auf 100 Tage zu verkürzen.

„Praktikanten der sozialen Arbeit sind nach 100 Tagen kaum eingearbeitet. Sicher können sie schwierige Fälle wie z. B. Kindeswohlgefährdung oder gewaltgefährdete Jugendliche noch nicht alleine managen“, so Spies. Gerade die aktuellen Missbrauchsdebatten machten deutlich, in welch schwierigem Terrain hier agiert werde.

Alle Anzuhörenden waren sich einig, dass diese Verkürzung ein Fehler sei und dadurch die Qualität der Ausbildung gefährdet werde. „Das Land muss hier die Qualität garantieren können und deshalb wird die SPD-Fraktion einen Antrag zur Beibehaltung des Anerkennungsjahres zu dem Gesetzentwurf einbringen“, kündigte Spies an.