Petra Fuhrmann (SPD): Sozialer Pflichtdienst für Frauen absurd

Zur Forderung aus der CDU nach einem neuen sozialen Pflichtdienst auch für Frauen erklärte die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Petra Fuhrmann: „Sozialer Pflichtdienst für Frauen als Zivil- und Wehrdienstersatz für Männer ist absurd und völlig überflüssig. Wer dafür eintritt, ist blind für die Realität“, erklärt Fuhrmann. Nicht nur bei den Familienaufgaben, sondern im gesamten Sozialbereich leisteten Frauen vieles mehr als Männer. Kindererziehung oder auch die Pflege von Angehörigen seien nach wie vor zu rund 90 Prozent Frauenarbeit.

Außerdem seien für Frauen Familienarbeit und Berufstätigkeit immer noch schwer zu vereinbaren. Ein allgemeiner Pflichtdienst schränke die Berufs- und Karriereaussichten von Frauen zusätzlich ein, so Fuhrmann. „Auch aus Gründen der Gleichstellung halte ich einen sozialen Pflichtdienst für Frauen für absolut unnötig. Solange wir meilenweit von einer gerechten Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen Frauen und Männern entfernt sind, ist es abwegig, solche Forderungen aufzustellen.“

Dagegen sei der Nachholbedarf von Männern bei Kindererziehung oder Pflege weiterhin eklatant. Es verpflichte ja auch niemand Väter, in Elternzeit zu gehen oder Männer dazu, ihre betagten Eltern zu pflegen, konterte Fuhrmann. Wer soziales Engagement fördern wolle, sollte sich dafür einsetzen, den freiwilligen sozialen oder ökologischen Dienst für alle – Frauen wie Männer – attraktiver zu machen, z. B. durch Anerkennung als berufliche Qualifikation und Pluspunkt für den beruflichen Aufstieg.