Dr. Thomas Spies: Erheblicher Qualitätsverlust in der sozialen Arbeit droht

„Dieses Gesetz bedeutet eine erhebliche Verschlechterung der Qualität sozialer Arbeit“ – sagte der sozialpolitisch Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Thomas Spies in der heutigen Debatte zu einer Novelle des Gesetzes über die Anerkennung der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Mit dem Gesetz werden die Ausbildungsstandards in Sozialberufen geregelt.

„Es ist geradezu absurd, dass junge Menschen von 21 Jahren mit 3 Jahren Studium und 100 Tagen Praktikum Situationen wie Kindeswohlgefährdung oder Resozialisierung von Straftätern gewachsen sein sollen“, so Spies. Die bisherige Vorgabe eines vollen Anerkennungsjahres beschreibe eher die absolute Untergrenze. „Gerade die emotionalen Herausforderungen bedürfen praktischer Erfahrung unter Anleitung und Unterstützung.“ Die vorgesehene Verkürzung bedeute einen erheblichen Qualitätsverlust, der weder Studierenden noch zukünftigen Arbeitgebern, aber vor allem nicht den betroffenen Klienten zugemutet werden dürfe.

„Wir sehen mit Interesse der Anhörung entgegen, und hoffen, dass die Landesregierung noch ein Einsehen haben wird und den guten Argumenten der Fachwelt folgen wird“, sagte Spies abschließend.