Tierschutz-TÜV für Nutztierhaltung auch in Hessen zum Thema machen

Für die Einführung eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens für die Nutztierhaltung (Tierschutz-TÜV) hat sich die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Judith Pauly-Bender, heute in Wiesbaden ausgesprochen. Das Thema müsse im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber ganz besonders auch im Interesse des Tierschutzes auf die politische Tagesordnung gesetzt werden. Pauly-Bender begrüßte einen entsprechenden Vorstoß der SPD-Bundestagsfraktion,

Die generelle Einführung artgerechter Haltungssysteme für alle Nutztiere sei ein wichtiger Schritt hin zu einem „Gütesiegel Tierschutz“. Die SPD-Landtagsfraktion erwarte von der Landesregierung die volle Unterstützung für das Projekt Tierschutz-TÜV für artgerechte Haltungssysteme. Bereits 2006 habe der Bundesrat die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Änderung der Tierschutz-Nutztierhalterverordnung aufgefordert, schnellstmöglich ein obligatorisches Prüf- und Zulassungsverfahren für Legehennenhaltungssysteme zu entwickeln und einzuführen. Nach einer entsprechenden Nachbesserung des Tierschutzgesetzes vom Sommer 2009 sei nun eine Erweiterung auf die Haltungssysteme aller Nutztiere möglich und folgerichtig.

Mit der Bundestierärztekammer, die auf ein generelles Tierschutzgütesiegel dränge, sei die SPD der Auffassung, dass Tierschutz ein eigenständiger Punkt der Lebensmittelqualität werden müsse. „Der Verbraucher muss sich entscheiden können, was er kauft“, sagte Pauly-Bender. „Dass dieses klare Interesse besteht, belegen die Vermarktungsstrategien der Produzenten und Anbieter tierischer Produkte. Entsprechende Deklarationen müssen auch nachprüfbar sein, damit mit der Qualitätserwartung des Verbrauchers keine Schindluder getrieben wird.“

Der Nutzen artgerechter Haltungssysteme für den Verbraucher und die Bedeutung artgerechte Nutztierhaltung für die Gesundheit der Konsumenten müsse stärker ins Bewusstsein gehoben werden, so Pauly-Bender. „Ohne artgerechte Nutztierhaltung ist kein gutes tierisches Lebensmittel denkbar“, argumentierte sie. „Der Verbraucher muss entscheiden können, ob die Produkte, die ihm angeboten werden aus artgerechten Ställen stammen und dies muss auch deklariert werden.“