Petra Fuhrmann: SPD fordert Land zur Mitfinanzierung der Schuldnerberatung

Für diese Mehrarbeit müsse das Land den hessischen Schuldnerberatungsstellen einen finanziellen Ausgleich zahlen. Die SPD schlage als Vergütung einen Pauschalbetrag in Höhe von 40 € pro auszustellender Bescheinigung vor. Das sei vor allem vor dem Hintergrund der im Rahmen der „Operation Düstere Zukunft“ 2004 komplett eingestellten Förderung jetzt dringend geboten. Durch diese ergänzende finanzielle Unterstützung der Schuldnerberatungsstellen, wie es sie im Übrigen in allen anderen Bundesländern gibt, könne das Land zeigen, dass es auf eine qualifizierte Schuldnerberatung Wert lege und bereit sei, wieder Verantwortung zu übernehmen.
Allein im ersten Halbjahr 2009 seien in Hessen 3264 Verbraucherinsolvenzen mit durchschnittlichen Forderungen je Verbraucherinsolvenz von 63.400€ registriert worden. Mit der Reform sei endlich sichergestellt, dass die Betroffenen jetzt ohne aufwändiges Gerichtsverfahren, ihren existentiellen Lebensbedarf bestreiten können. „Sie können weiter Miete überweisen, Strom bezahlen und Bargeld für das tägliche Leben abheben. Das ist ein großer Fortschritt für die Schuldner“, erläuterte Fuhrmann.
Die stetig zunehmende Zahl überschuldeter Menschen erfordere eine qualifizierte Schuldnerberatung, die den Betroffenen hilft, ihre aus Überschuldung resultierenden Probleme zu lösen. Die zusätzliche durch die Reform auf die Stellen übertragene Aufgabe dürfe nicht dazu führen, dass die soziale Beratung darunter leide.