Heike Hofmann (SPD) wirbt für Chancenvollzug in Hessen

„Unser oberstes Ziel im Strafvollzug ist die Resozialisierung der Gefangenen, deren komplette Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Auf dem Weg dahin gilt es, ein Höchstmaß an Sicherheit für die Bevölkerung zu schaffen. Am Ende des Vollzugs, den wir jetzt ‚Chancenvollzug’ nennen, muss ein Leben ohne Straftaten in sozialer Verantwortung stehen“, sagte heute die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Heike Hofmann, bei der Vorstellung des sozialdemokratischen Gesetzentwurfs zur Regelung des Strafvollzugs in Hessen.

Nach sozialdemokratischer Lesart dürften, so Hofmann, Sicherheit und Resozialisierung nicht gegeneinander gestellt und ausgespielt werden. „Das sind zwei Seiten einer Medaille.“ Die Verfassung sehe den Vorrang der Resozialisierung, weil die Re-Integration eines straffällig gewordenen Menschen in die Gesellschaft den besten Schutz vor neuer Gewalt und Kriminalität darstelle. „Fast jede Haftstrafe ist einmal verbüßt. Und dann bewegt sich der Ex-Häftling mitten unter uns. Auf diesen Tag und die Zeit danach muss sich Vollzug als Ziel ausrichten. Es macht also keinen Sinn, nur hohe Mauern zu bauen, man muss aktiv mit den Menschen arbeiten.“

Hofmann sagte, dass aus Sicht der SPD-Fraktion der geschlossene Vollzug und eine eigenständig offene Vollzugsform grundsätzlich als Vollzugsvarianten erhalten bleiben müssten. „Möglichkeiten des offenen Vollzugs gehören für uns zu einem Chancenvollzug dazu. Wer die Tür zu offenen Formen zumacht, der schafft nicht mehr Sicherheit für die Bevölkerung.“

Das SPD-Vollzugskonzept bedeute in der Umsetzung ein Mehr an Personal- und Sachkosten, biete aber durch die Verminderung und Vermeidung von Rückfällen den Bürgern mehr Schutz als heute. Die Maßnahmen zur Wiedereingliederung seien personalintensiver als die „bloße Verwahrung von Gefangenen.“