Günter Rudolph (SPD) kritisiert Entgleisung Hahns und fordert Entschuldigung

Eine „Entgleisung der besonders unappetitlichen Art“ nannte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Günter Rudolph, die heute im TAGESSPIEGEL vom FDP-Landesvorsitzenden und Justizminister Hahn geäußerten Vorwürfe, Sozialdemokraten und Grüne hätten in den 80er und 90er Jahren ein gesellschaftliches Klima für den Missbrauch an Kindern geschaffen. „Das ist ungeheuerlicher Unfug und ein Armutszeugnis für einen hessischen Minister. Er fällt damit weit hinter das Niveau der Debatte zurück, die wir im Hessischen Landtag bislang geführt haben. Wir verlangen eine Entschuldigung!“

Die SPD habe von Anfang an klar und unmissverständlich eine schonungslose Aufklärung aller Missbrauchsfälle gefordert, unabhängig von betroffenen Personen und unabhängig von den Institutionen, in denen sie geschehen waren.

Im letzten Plenum vom 23. bis 25. März war der Missbrauch von Kindern in kirchlichen Einrichtungen und der Odenwaldschule von den Abgeordneten im Hessischen Landtag ausführlich und auf hohem moralischem und intellektuellem Niveau diskutiert worden. Damals war es gelungen, diese schlimmen Verbrechen aus dem parteipolitischen Streit herauszuhalten. „Wir haben vor wenigen Wochen ein Niveau der Debatte in Wiesbaden erreicht, die den Vorgängen angemessen war. Herr Hahn macht mit seinen jüngsten Äußerungen das Erreichte kaputt und leistet der Sache damit einen Bärendienst“, so Rudolph.