Dr. Judith Pauly-Bender (SPD): Mehr Unterstützung für ehrenamtliche Tierschützer

„Unterscheidet die Hessische Landesregierung zwischen landespolitisch anerkennungswürdigem und landespolitisch vernachlässigungsfähigem Ehrenamt, je nachdem, welchem Gegenstand sich die Freiwilligkeit zuwendet?“ fragte heute in der Plenardebatte die Tierschutzbeauftragte der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Judith Pauly-Bender.

Diesen Eindruck könnte man bekommen, wenn man sehe, dass sich Ministerin Lautenschläger öffentlich im letzten Plenum für gänzlich unzuständig für die Anerkennung dieses Teils der Freiwilligenarbeit in Hessen halte.

Die SPD-Fraktion wolle daher die Hessische Landesregierung sowie den Hessischen Landtag aufrütteln und auf das Tierschutzehrenamt in Hessen aufmerksam machen. Die SPD-Tierschutzbeauftragte forderte die zuständige Ministerin Lautenschläger heute auf, aktiv als Lotsin im Sinne der hessischen Ehrenamtskampagne „Engagement-Lotsen“ für die Tierschützer zu fungieren: „Der aktuelle Freiwilligensurvey weist aus, dass die zahlenmäßige Bedeutung des Freiwilligentierschutzes noch vor dem politischen Freiwilligenengagement liegt! Dabei wiegt die zahlenmäßige Bedeutung der Tierschutzfreiwilligenarbeit umso höher, wenn man bedenkt, dass sich diese Freiwilligenarbeit bislang trotz fehlender Anerkennungsstrukturen durchsetzen musste! Dem Tierschutz werden weder schöne Hallen gebaut noch wurden ihm je berufliche Freistellungsprivilegien zuteil“, so Pauly-Bender.

Stattdessen laufe sich das freiwillige Engagement der Hessischen Tierschützer derzeit ohne Hilfe der Landestierschutzministerin „mutterseelenallein die Hacken ab“. Mancherorts in Hessen musste das ehrenamtliche Tierheimengagement streiken, mit einzelnen Heimen Konkurs anmelden und seine Überforderung presseöffentlich machen – doch die Ministerin lasse dies kalt.

Pauly-Bender: „Tierschützer sind Menschen mit großem Herzen, für die Moral unteilbar ist und für die Achtung und Respekt für alles Leben ganz im Sinne unseres christlichen, abendländischen Wertekanons bedeuten, sich um alle Lebewesen zu kümmern, die ihrer Hilfe bedürfen. Tierschützer sind Menschen, die nicht akzeptieren wollen, dass Mitgeschöpfe in artwidriger Haltung dahin vegetieren müssen, ‚verbraucht’ werden als kurzfristiges Konsumgut, gequält werden in schlechter Haltung oder auch in sinnlosen Versuchsmaschinen um ihre Gesundheit und ihre Würde gebracht werden. Haben diese Menschen es nicht verdient, dass sich die Hessische Tierschutzministerin mit ihrer ganzen landespolitischen Autorität bei allen politischen Akteuren Hessens in Person als ‚Engagement-Lotsin’ verwendet?“

Pauly-Bender warb dafür, sich gemeinsam im Ausschuss anzuschauen, mit welchen gemeinsamen Problemen die Freiwilligen konfrontiert seien. Diskutieren wolle die SPD die seitens des Tierschutzes erhobenen Forderungen …
•nach dem Aufbau von Regularien für die Registrierung aller Hunde,
•für die bundesweite, nur hilfsweise kommunalpolitische Regelung für Freigängerkatzen,
•für die politische Mithilfe bei der öffentlichen Aufklärung über Tierschutzmaßstäbe bei der Kleintierhaltung,
•bei den Anforderungen an den verantwortlichen Hundehalter,
•der Notwendigkeit einer rechtlichen Clearingstelle, die dem Tierschutz Wege weist und Schluss damit macht, dass sich das freiwillige Ehrenamt im Behördenwirrwarr totläuft,
•der Unterstützung eines bundeseinheitlichen Rahmens zur Anerkennung und Förderung des karitativen Tierschutzes
•nach einem unbestrittenen Finanznottopf für den Investitionsstau der aquisearmen Kleintierheime, geleitet zumeist von Laienvorständen