Personalstandards für Krankenhäuser müssen ins Hessische Krankenhausgesetz

„Wir brauchen klare Mindestzahlen für das pflegerische und ärztliche Personal in Krankenhäusern“, sagten heute Dr. Thomas Spies, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Georg Schulze-Ziehaus, Leiter des Fachbereichs Gesundheitswesen von ver.di Hessen. Nach einem Gespräch des Fachbereichs mit dem sozialpolitischen Arbeitskreis der SPD Landtagsfraktion forderten beide übereinstimmend, verbindliche Mindestpersonalzahlen in die Novelle des Hessischen Krankenhausgesetzes aufzunehmen.

„Wir spüren täglich den zunehmenden Druck auf das Personal und zwar in allen Krankenhausbereichen“, so Schulze-Ziehaus. Dies hätten auch Umfragen von ver.di bei Betriebsräten ergeben. „Weniger als eine Pflegekraft für zwei Patienten auf Intensivstationen ist unhaltbar“, so Schulze-Ziehaus.

„Zahlreiche Untersuchungen bestätigen, dass Personalmangel im Krankenhaus, insbesondere beim Pflegepersonal, eine Gefahr für die Patienten bedeutet“, ergänzte Spies. Personalmangel führe nicht direkt zu mehr Komplikationen, aber diese würden später erkannt und schwerer verlaufen. „Das ist unter den derzeitigen Bedingungen kein Wunder“, sagte Spies, der selbst Arzt ist.

Deshalb müssten zur Sicherung der Qualität in Krankenhäusern Personalmindeststandards eingeführt werden. „Genug Personal garantiert noch keine erstklassige Qualität, aber Personalmangel macht Qualität unmöglich“, so Spies. „Leider kommt die Arbeitsgruppe beim Sozialministerium, die solche Standards entwickeln soll, seit einem Jahr nicht voran“, erklärte Schulze-Ziehaus. Noch nicht einmal das vereinbarte Gutachten sei bisher vergeben worden.

Übereinstimmend stellten beide fest, dass sowohl für die Qualität der Arbeit wie die Qualität der Versorgung ausreichendes Personal unabdingbar sei. Deshalb seien Mindestzahlen der richtige Weg, der nun in Hessen zügig beschritten werden müsse.