Dr. Thomas Spies (SPD): Dramatischer Rückgang der Organspenderzahlen in Hessen – SPD Fraktion fordert detaillierte Aufklärung und Maßnahmenpaket des Landes

„Die Bereitschaft der Menschen zur Organspende ist hoch – zwei von drei Bürgerinnen und Bürgern wären bereit, nach ihrem Tod dieses Geschenk zu machen. Dennoch sterben in Deutschland jeden Tag drei Menschen, die auf ein Organ warten – weil die Organisation nicht klappt. Und mit den hessischen Spenderzahlen wäre es noch schlimmer. Hier muss dringend gehandelt werden.“

Hauptproblem sei, dass viele Krankenhäuser mögliche Organspender nicht weitermeldeten. „Das ist nicht hinnehmbar: Menschen wären bereit, nach ihrem Tod ein Organ zu spenden, und manche Krankenhäuser boykottieren das“, so Spies. Die SPD hatte deshalb bereits 2001 eine Meldepflicht vorgeschlagen, die dann 2006 im hessischen Gesetz verankert wurde. Krankenhäuser müssten danach auch mitteilen, wann es warum nicht zu einer Organspende gekommen sei. „Diese Daten wollen wir jetzt abfragen, um zu sehen, wo die Engpässe liegen und wie die Krankenhäuser auf ihre gesetzliche Pflicht hingewiesen werden können“, erklärte der SPD-Politiker.

Verbesserungsbedürftig sei gerade in Hessen die Förderung der Aufklärung. „Mit der Operation düstere Zukunft wurde die Koordinierungsstelle gestrichen und bis heute nicht ersetzt.“ Gerade für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sei dies ein Problem. „Es reicht nicht, wenn Regierungsmitglieder einmal im Jahr mit großem Tamtam eine Werbeaktion machen“, sagte Spies. Viel wichtiger sei die kontinuierliche Arbeit der detaillierten Aufklärung vor Ort.

Spies forderte deshalb als Sofortmaßnahme eine bessere finanzielle Unterstützung der Initiative Organspende, insbesondere der ehrenamtlichen Aufklärer. Es sei zudem unumgänglich, auch wieder eine personelle Unterstützung für die Organisation bereitzustellen.

Durch den eingeforderten Bericht wolle die SPD herausfinden, welche Krankenhäuser Probleme mit der Beteiligung an der Organspende haben. Insbesondere die Frage, welche Gründe wie Überlastung der Ärzte, ein Mangel an Intensivbetten, finanzielle Fragen etc. eine Rolle spielten, müsse konkret und im Einzelfall geklärt werden. Ziel sei es, die Bereitschaft der Krankenhäuser zu erhöhen und da, wo Unterstützung nötig sei, auch zu helfen.

„Organspende ist ein Geschenk. Viele Menschen sind dazu bereit. Niemand muss davor Angst haben, weil es strengste Regeln gibt und sie nur freiwillig erfolgt. Aber ein solches Geschenk darf nicht durch schlechte Organisation verschwendet werden. Hier sind alle Verantwortlichen in Hessen gefordert, schnell und entschlossen zu handeln“, betonte Spies.