Karin Hartmann (SPD) plädiert für ein Hallenbadinvestitionsprogramm

Die SPD-Politikerin sieht das im Haushalt 2008 beschlossene Hallenbadsanierungsprogramm  als wichtige Hilfestellung für Städte und Gemeinden, um Hallenbadkapazitäten zu erhalten. „Ein solches Programm muss gezielt den Schul- und den Gesundheitssport im Blickfeld haben, denn es gibt eine wachsende Zahl von Nichtschwimmern unter Kindern und Jugendlichen, und damit ein steigendes Risiko des Ertrinkens,“ machte Hartmann deutlich. Dass sich parallel zum Schließen der Hallenbäder  ein Boom zur Umrüstung auf Spaßbäder entwickelt habe, betrachte sie eher mit Sorge, denn dort stehe nicht das Schwimmen und schwimmen lernen im Mittelpunkt. Ähnliche Bedenken hätten auch die DLRG-Vertreter geäußert.
Die Landtagsabgeordnete verwies darauf, dass bereits vor vier Jahren ein Aktionsbündnis aus Deutschem Sportbund, DLRG und DSV dazu aufgerufen habe, die verschlechterte Bädersituation ins öffentliche Bewusstsein zu rufen und damit eine Initiative für den Erhalt von Schwimmbädern zu starten. Gegenwärtig kämen auf 1 Mio. Einwohner in den alten Bundesländern ca. 50 Hallenbäder, mit absteigernder Tendenz. Deshalb  forderte sie, wenigstens die bestehenden Hallenbäder so zu sanieren, dass sie als Schwimm-Bäder erhalten werden können –  unter Gesundheitsaspekten sei dies sogar eine zwingende Notwendigkeit.
„Legt man die Zahlen des Innenministers zugrunde, der von über 100 eingereichten Anträgen spricht, so wären dies bei einem Investitionsprogramm von 50 Mio. rund 500 000 Euro pro Hallenbad“, rechnete Hartmann vor. Ein solches Programm müsse jedoch mehr sein als finanzielle Unterstützung. Damit Städte und Gemeinden auch langfristig in der Lage seien, die sanierten Hallenbäder zu unterhalten, müsse die Mittelvergabe auch an eine umwelt- und energiepolitische Komponente gekoppelt sein.

„Sinn und Zweck einer Sanierung ist deshalb der Einsatz moderner Technik zum Zwecke der Kosten- und Energieeinsparung“, sagte Hartmann. Mit Hinweis darauf, dass das Innenministerium bereits ausführliche Vergaberichtlinien vorgelegt habe, in denen die Anforderungen für die Landeszuwendung festgelegt seien, kündigte Hartmann für die SPD-Fraktion an, ein Augenmerk darauf zu haben, dass nicht nur Großprojekte in einigen Landkreisen, sondern auch flächendeckend Projekte unterschiedlicher Größenordnung und unterschiedlicher Träger in die Förderung einbezogen werden.