Heike Habermann (SPD): Wenn jemand zurücktreten sollte, dann Kultusministerin Wolff

„Der Anlass für diese Forderung ist nach meiner Auffassung vorgeschoben. Herr Schleicher ist der Ministerin Wolff seit Jahren ein Dorn im Auge, weil er die soziale Ungerechtigkeit des Bildungssystems thematisiert. Es ist skandalös, wenn Frau Wolff diesen Analytiker mundtot machen will, anstatt aus den objektiven Befunden die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, sagte Habermann. „Für Frau Wolff gilt: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wenn jemand Grund zum Rücktritt hat, ist es eher Frau Wolff, die mit der verkürzten Gymnasialzeit, der Schulsoftware LUSD und ihrem Plädoyer für die Schöpfungslehre im Biologieunterricht eine völlig verpfuschte Bildungspolitik verantwortet.“<br /> <br />Habermann empfahl der hessischen Kultusministerin, sich lieber an der Haltung des Bundespräsidenten zu orientieren, der die fehlende Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem als „unentschuldbare Ungerechtigkeit“ bezeichnet habe. Weiter hatte er gesagt, bei der Bildung dürfe niemand zurückgelassen werden, jeder müsse die bestmögliche Förderung erhalten. „Der Bundespräsident hat recht, aber die hessische Kultusministerin handelt nicht nach dieser Maxime.“<br /> <br />Die gestern vorgelegte IGLU-Studie habe erneut belegt, dass in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so groß sei wie in Deutschland.