Andrea Ypsilanti (SPD) zur OECD-Bildungsstudie: Weg mit den Studiengebühren – Bildungswege öffnen

Dazu gehöre auch der Verzicht auf Studiengebühren. „Studiengebühren verschärfen die soziale Auslese und sind deshalb grundverkehrt und obendrein in Hessen verfassungswidrig“, sagte Ypsilanti am Mittwoch in Wiesbaden.

Als ignorant und realitätsfern bezeichnete sie das Eigenlob auf die CDU-Schulpolitik beim Bildungskongress in Bad Homburg. „Während von Berlin das verheerende Signal ‚Deutschland fällt zurück’ kommt, feiert sich Roland Koch zur selben Zeit für seine miserable Bildungspolitik“, sagte die Sozialdemokratin.

Bei den 25- bis 34-jährigen Hochschulabsolventen falle Deutschland – unter 30 OECD-Staaten – von Platz zehn auf Platz 22 zurück. Kochs einzige Antwort auf diesen Befund sei, dass Menschen auch ohne Abitur glücklich werden könnten. „Das ist keine adäquate Antwort auf den herannahenden Fachkräftemangel und die Tatsache, dass wir in Zukunft mehr akademisch gebildete junge Menschen in der Arbeitswelt benötigen“, kritisierte Ypsilanti.

Dem perfiden Versuch Kochs, akademische und Berufsausbildungen gegeneinander auszuspielen, erteilte die Sozialdemokratin eine Absage: „Der Vorwurf, für die SPD zähle nur die akademische Ausbildung, ist völliger Unfug. Das Problem ist, dass die CDU-Bildungspolitik vielen Kindern höhere Abschlüsse vorenthält, also Bildungschancen vernichtet, weil nicht genug Förderung und Durchlässigkeit gewährleistet werden.“

Koch habe im Grunde ein Menschenbild, welches die Menschen früh in Schichten und Klassen einteile und sie dort dauerhaft belasse wolle. „Wir hingegen wollen jedes Kind bestmöglich fördern und zum besten Abschluss führen, den es erreichen kann.“