Dr. Judith Pauly-Bender (SPD): Frauen! Habt Mut zur Klage! AGG siegt vor Gericht: Hoffnung für Arbeitnehmerinnen in Hessen

In dem Hamburger Fall hatte der Betriebsrat einer Hamburger Firma auf Basis des AGG gegen die Lohnunterschiede beim Arbeitsentgelt zwischen der männlichen und weiblichen Belegschaft geklagt. Im Durchschnitt verdienten die weiblichen Vollzeit-Angestellten der Firma 270 bis 330 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen, unter anderem weil die Firma Männer nach dem vorteilhafteren Lohntarif für gewerbliche Mitarbeiter im Speditions- und Logistikbereich bezahlte, Frauen jedoch nach dem Gehaltstarif für kaufmännische Arbeitnehmer. Nach der ersten Verhandlung am 17. Juli konnte bereits ein Teilvergleich geschlossen werden, der diese Unterschiede für die tariflich bezahlten Frauen aufheben solle. Wie es mit den nicht tariflich bezahlten weiblichen Angestellten weitergehe, werde erst im November verhandelt. Aber hierfür gab der Richter dem Arbeitgeber bereits eine besondere Aufgabe auf mit auf den Weg: Eine plausible Erklärung für die unterschiedliche Entlohnung darzulegen.

Pauly-Benders Fazit „Die Mär von der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben kann anhand vieler Beispiele widerlegt werden. Wir brauchen wirksame Gesetze mit Sanktionsmöglichkeiten, um den real existierenden Diskriminierungen entgegen zuwirken. Das AGG ist so ein wirksames Gesetz, das es den Frauen ermöglicht, ihre Rechte erfolgreich einzuklagen. Deshalb kann ich den Frauen nur Mut machen, gegen Ungerechtigkeiten im Sinne des AGG zu klagen!“