Karin Hartmann (SPD) für ein wirkungsvolles Antidopinggesetz

Um effektive Maßnahmen gegen Doping ergreifen zu können, ist zum einen eine abgestimmte Strategie von Sport, Politik und der Nationalen Antidoping Agentur (NADA) von Nöten. Zum anderen bedarf es aber auch eines gesellschaftlichen Grundkonsenses, dass Doping kein hinnehmbares Kavaliersdelikt, sondern eine kriminelle Machenschaft ist, die sowohl dem Sport als auch der Gesellschaft schadet. Unter dem Gesichtspunkt der Eigenverantwortung des Sports und der unmittelbaren Verantwortung von Sportlern brauchen wir Sanktionen, wie schnell verhängte Wettkampfsperren, und wir brauchen eine konsequente Sport- und Strafgerichtsbarkeit.

Mit dem internationalen Übereinkommen der UNESCO gegen Doping, das seit 30. März dieses Jahres in Kraft ist, wurde erstmals die Grundlage für eine weltweite einheitliche Dopingbekämpfung geschaffen. Ich erwarte allerdings, dass wir auch auf Landesebene gemeinsam mit Sportverbänden den Dialog über eine effektivere Dopingbekämpfung führen und einen konkreten Maßnahmenkatalog beschließen. Für eine wirkungsvolle Dopingbekämpfung müssen Sport, Politik und Sponsoren zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, damit die NADA sowohl was Prävention, als auch was Kontrollen und Dopinganalytik anbelangt, ihre Aufgaben erledigen kann. Wenn wir wollen, dass die NADA nicht nur eine Feigenblattfunktion hat, sondern auch funktionsfähig und schlagkräftig ist, müssen wir sie auch entsprechend unterstützen und finanziell ausstatten. Das Doping-Kontrollsystem muss weiter verbessert und verschärft werden. Es ist zu überlegen, ob nicht bereits der Besitz von Dopingsubstanzen bei Sportlern, Betreuern, Trainern und Ärzten als Vorstufe des In-Verkehrbringens von Dopingmitteln unter Strafe gestellt werden muss. Es besteht Handlungsbedarf sowohl in Sachen Strafbarkeit des Sportbetrugs und des Besitzes von Dopingmitteln als auch in Bezug auf die Einrichtung einer Anti-Doping-Staatsanwaltschaft.