Christel Hoffmann (SPD): Mehr Fehltöne statt eines harmonischen Geschmackserlebnisses in EU-Weinmarktordnung

Zur Erläuterung ergänzte Christel Hoffmann: Diese Betriebsprämienregelung ersetze seit der letzten EU-Agrarreform die Produktsubventionen in der Landwirtschaft. Sicher sei, dass diese Prämie an die Landwirte bis 2013 von der Europäischen Union gezahlt werde. Es sei nicht damit zu rechnen, dass diese Betriebsprämie (ca. 300 Euro pro ha und Jahr) in der erweiterten Europäischen Union dauerhaft gezahlt werden könne.

Ein weiterer Fehlton sei das Verbot der Saccharoseanreicherung bei Qualitätswein. Sie zähle zu den traditionellen Methoden der Weinbereitung in den nördlichen Weinanbaugebieten der Europäischen Union. In diesem Zusammenhang erinnerte Christel Hoffmann daran, dass die Saccharoseanreicherung im Weinhandelsabkommen zwischen EU und USA zugelassen sei. Die Frage sei doch dann, ob Exportweine in die USA weiterhin nach diesen Verfahren hergestellt und exportiert werden dürften. Es werde dann eine spannende Frage für Juristen, ob dieser Exportwein reimportiert werden dürfe.

Zu begrüßen in den Vorschlägen sei, so Christel Hoffmann, die Abschaffung der kostenintensiven Maßnahmen zum Abbau von Überschüssen bei Wein. Ebenso sei der vorgesehene „Nationale Finanzrahmen“ ein gutes Instrument. Danach können die Mitgliedsstaaten passgenau die Instrumente auswählen, die für ihre Weinbauregionen geeignet seien. Im Föderalsystem Deutschlands werde damit die Verantwortung der Regionen gestärkt.