Dr. Thomas Spies (SPD) plädiert für Stärkung der Qualitätssicherung durch Standards im Krankenhaus

Die SPD begrüße die Initiative zur Verbesserung der Hygieneregeln. „Aber mit einem Salmonellenverhinderungsgesetz ist es nicht getan“, so Spies. Notwendig sei vielmehr eine umfassende Novelle zum Zweck der Qualitätsverbesserung. „Die Menschen in Hessen müssen sicher sein, dass sie im Krankenhaus in bester Qualität behandelt werden“. Spies verwies auf das heute veröffentlichte Gutachten des Sachverständigenrates zur Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen. Danach komme es in zwei bis vier Prozent aller Behandlungen zu Schäden für Patienten durch „vermeidbare unerwünschte Ereignisse“ – mindestens 25.000 Betroffene in Hessen. Nach dem Gutachten versterben mindestens 0,1 Prozent aller Krankenhauspatienten aufgrund solcher vermeidbarer unerwünschter Ereignisse – das sind über 1.000 Personen in Hessen jedes Jahr. Ursache seien laut dem Aktionsbündnis Patientensicherheit unter anderem eine unzureichende fachübergreifende Behandlung, vermeidbare Krakenhausinfektionen, unzureichende Nachsorge, zu starke Hierarchien und unzureichende Kommunikation der Mitarbeiter untereinander und mit den Patienten.

„Wir brauchen klare Qualitätsstandards für Krankenhäuser, das schafft mehr Sicherheit und Transparenz für die Patienten“, sagte Spies. Dabei komme dem vorbeugenden Schutz eine zunehmende Bedeutung zu. „Es reicht nicht, hinterher zu kontrollieren, sondern es muss vorbeugend geschützt werden“. Und das sei mit einem Hygienebeauftragten allein nicht getan. Deshalb sei der grüne Gesetzentwurf richtig, greife aber viel zu kurz. „Zunehmende Privatisierung und Ökonomisierung des Gesundheitswesens insbesondere im Bereich der Krankenhäuser bedeuten ein erhebliches Risiko für die Patienten. Diesem Risiko muss man mit vernünftiger Vorbeugung entgegentreten – und die Möglichkeiten des SGB V hinsichtlich der Qualitätssicherung ausschöpfen. Die SPD wird dazu entsprechende Eckpunkte vorlegen“, so Spies abschließend.