Sabine Waschke (SPD) kritisiert Sozialministerin Lautenschläger und Ministerpräsident Koch: Medienwirksame Belehrungen fehl am Platz – Landesregierung verweigert Dialog mit betroffenen Beschäftigten am Klinikum Fulda

Was wir in Fulda aber ganz bestimmt nicht brauchen ist die Vortäuschung von Kompetenz. Ministerpräsident Koch hat die Stadt und das Gesundheitsamt Fulda aufgefordert, die Salmonelleninfektion aufzuklären. Zitat: “Wir haben nicht mehr lange Zeit, da zuzuschauen und zu sagen, das geht schon irgendwie gut.“ Sie glauben doch nicht ernsthaft, Herr Ministerpräsident, dass fast drei Wochen nach Ausbruch der Epidemie im Klinikum nicht alles getan wurde, um die Patienten zu schützen und die Ursachen zu klären. Solche Belehrungen und die Vortäuschung von Aktionismus brauchen wir in Fulda nicht. Sie sollten erst einmal Ordnung im Sozialministerium schaffen!

Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums erwartet haben, ist der Besuch der zuständigen Ministerin Frau Lautenschläger. Dann hätte man ihr vielleicht auch verziehen, wenn sie mal wieder ein bisschen zu schnell unterwegs gewesen wäre. Am 23.5. hat sie äußerst medienwirksam das Hospiz St. Elisabeth in Fulda eingeweiht und sie hat ein Zeitungsinterview zur Salmonellenepidemie gegeben, um deutlich zu machen, dass sie nicht verantwortlich ist. Das immerhin war wichtig!

Wir sprechen hier von einer der größten Salmonellenepidemien, die in Deutschland bislang aufgetreten sind – und Frau Lautenschläger hat nicht die Zeit gefunden, sich vor Ort zu informieren und mit den Ärzten und Mitarbeitern zu sprechen. Denn – das muss auch einmal gesagt werden – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bis an die Erschöpfungsgrenze. Sie müssen den krankheitsbedingten Ausfall der Kollegen auffangen und die Patienten unter schwierigen Bedingungen versorgen. Sie stehen im Focus der Medien. Und obwohl die zuständige Fachministerin zum Höhepunkt der zweiten Erkrankungswelle in Fulda war, hat sie es nicht für nötig befunden, den Beschäftigten im Klinikum ihre Unterstützung zu signalisieren und die Klinik zu besuchen – das, Frau Ministerin, ist traurig!“