Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) zum Familienkongress der CDU: „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

Die CDU habe in den vergangen Jahrzehnten tatkräftig dazu beigetragen, das Familienleben zu erschweren: Mehr Flexibilität am Arbeitsplatz zu geringeren Löhnen bei längerer Wochenarbeitszeit – mit diesem wirtschaftspolitischen Credo seien die Spielräume von Männern und Frauen, Beruf und Familie gut zu vereinbaren, drastisch eingeengt worden. Daher klinge es wie Hohn, wenn der CDU-Fraktionsvorsitzende Wagner nun erkläre, es gäbe auch Frauen, die arbeiten müssten, weil das Einkommen des Partners nicht mehr ausreiche.

Das Eigenlob der Hessen-CDU auf die angeblich beste Kinderbetreuung für unter Dreijährige in Westdeutschland basiere nach Aussagen von Schäfer-Gümbel auf einen Etikettenschwindel, da die ermittelte Quote auch die stundenweise Betreuung durch Tagesmütter umfasse. „Wir Sozialdemokraten wollen hingegen verlässliche öffentliche Strukturen und Angebote für Eltern – damit sie guten Gewissens auch Kleinstkinder in die Betreuung geben können.“

Das BAMBINI-Programm habe gezeigt, wie die CDU es mit ihren Beiträgen zu Kindergärten und Kindertagesstätten halte. „Es war und ist das Geld der Kommunen, welches die Landesregierung eingesetzt hat, um das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei zu stellen. Das Land Hessen und seine Regierung kann sich für diese Tat nicht rühmen!“, sagte Schäfer-Gümbel.