Dr. Thomas Spies (SPD) nennt Versorgungsmangel bei Kinder- und Jugendpsychiatern „inakzeptabel“

„Die KV erklärt allen ernstes öffentlich, die Zunahme von 34 auf 42 Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hessen sei aus ihrem Gesamtbudget für alle Ärzte von rund 2,1 Milliarden Euro nicht zu bestreiten, sondern müsse allein von der Gruppe der Kinder- und Jugendpsychiater getragen werden. Das ist ein unglaublicher Hohn gegenüber den betroffenen Kindern und ihren Eltern“, so Spies. Ein solcher Beschluss der KV wie der vom 24. April sei unerträglich. Jetzt müsse die Landesregierung endlich handeln.

Hintergrund sei eine Festlegung der KV Hessen, wonach die kleine Gruppe der Kinder- und Jugendpsychiater – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – ein eigenes Budget habe. Allerdings gebe es viel zu wenige solche Spezialisten, was zu langen Wartezeiten führe. Bei weiteren Zulassungen in diesem Sektor, müsse das gleiche Geld auf mehr Personen verteilt werden. Dies führe dazu, dass keine neuen Niederlassungen erfolgten, so dass die Wartezeiten bei steigendem Bedarf extrem hoch blieben. „Eine solche Situation gibt es nur in Hessen – und sie ist völlig inakzeptabel“, so Spies. Sie sei der Landesregierung nun auch lange genug bekannt. Statt ausweichender Antworten auf Anfragen sei jetzt endlich Handeln angezeigt. „Gerade bei Kinder und Jugendlichen mit seelischen Störungen ist eine zügige Behandlung notwendig, ehe aus einer Störung eine chronische Krankheit wird“. Deshalb werde die SPD-Fraktion das Thema in der nächsten Sitzung des Landtages Ende Mai zur Sprache bringen.