Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) über den Ausbildungsmarkt in Hessen: Roland Koch hat durch seine Politik die Situation noch verschärft!

„Auf dem Ausbildungsmarkt hat sich durch die Einführung von Studiengebühren der Verdrängungseffekt verstärkt“, so Schäfer-Gümbel. Abiturienten drängten mehr und mehr in die Berufe, die ursprünglich für Realschüler offen waren. Am Ende der Schlange ständen die Hauptschüler, die überhaupt keine Chance auf Vermittlung mehr hätten. „Die Forderungen der Landesschülervertretung nach Abschaffung von Studiengebühren und Änderung des Schulsystems hin zum längeren gemeinsamen Lernen sind völlig in Einklang mit den sozialdemokratischen Positionen“. In Bezug auf die weiteren Forderungen nach Ausbildungsumlage und Recht auf Ausbildung sehe er Schwierigkeiten in der Umsetzung, da es derzeit keine politische Mehrheit dafür gebe. Hierzu sei ein Regierungswechsel notwendig. „Fakt ist aber, dass wir den Altbewerbern, die mittlerweile in der Mehrheit sind, endlich helfen müssen. Hierfür ist ein Kraftakt notwendig, an dem sich auch das Land Hessen beteiligen muss“.

Schäfer-Gümbel forderte die Anhebung der Ausbildungsquote im Landesdienst um 10 Prozent und den Abschluss eines verbindlichen Ausbildungspakts mit der Wirtschaft. „Lippenbekenntnisse helfen den jungen Menschen nicht. Sie fühlen sich von Politik und Wirtschaft im Stich gelassen. Das ist keine gute Basis für die Zukunft. Es ist an uns zu handeln und ein umfassendes Ausbildungsprogramm auf den Weg zu bringen. Wir brauchen außerdem eine Erneuerung der dualen Ausbildung, denn dort kommen derzeit nur noch 40 Prozent der Auszubildenden an“, so Schäfer-Gümbel. Er kündigte an, dass die SPD-Landtagsfraktion hierzu in Kürze ein Konzept vorlegen werde.