Andrea Ypsilanti (SPD): Bildungs-Chaos bei der CDU – Fachleute bestätigen Scheitern der CDU-Politik

„Das ideologische Weltbild eines streng gegliederten und auf Auslese beruhenden Schulsystems – zu dem sich Kultusministerin Wolff heute erneut bekannt hat – wird den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht. Die CDU erkennt die Zeichen der Zeit nicht und verbarrikadiert sich in ihrer schulideologischen Festung“, sagte Ypsilanti am Freitag in Wiesbaden. CDU-Generalsekretär Boddenberg hatte noch gestern angekündigt, den Fortbestand der Auslese durch ein gegliedertes Schulsystem zum zentralen Wahlkampfthema zu machen.

„Dass die Kultusministerin die angeblich geplante Abschaffung der Hauptschule postwendend dementiert, ist Ausdruck eines bildungspolitischen Chaos bei der CDU in Hessen.“ Offensichtlich liege ja ein entsprechender Vorschlag ihrer Fachleute vor.

Die Kehrtwende weg von der Auslese sei überfällig. „Wir brauchen Schulen, die allen Kindern gerecht werden. Starke und schwache Schüler profitieren davon, wenn sie länger gemeinsam unterrichtet werden. Jedes Kind kann so optimal gefördert werden.“

„Die CDU hat die Auslese aber seit 1999 in jeder Hinsicht verschärft. Roland Koch steht für eine rückwärtsgewandte Bildungspolitik, bei der nach dem vierten Schuljahr abschließend über den Bildungsweg und damit über die Chancen eines Kindes entschieden wird“, so Ypsilanti weiter. „Alle wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnisse einer modernen Bildungspolitik werden von dieser Regierung aus ideologischen Gründen ausgeblendet.“ Jahrelang habe die Kultusministerin die Stärkung der Hauptschule propagiert – jetzt forderten ihre Fachleute eine Wende um 180 Grad.

Die Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen sei allerdings nur ein halbherziger Schritt. „Damit ist ein Ende des Schubladendenkens nicht absehbar. Auch dieses Modell ermöglicht nicht allen Kindern, ihre Talente wirklich auszuprägen. Gerade die soziale Selektion besteht dann fort. Dass aber Kinder aus bildungsfernen Familien vom Bildungsaufstieg ferngehalten werden ist ein unerträglicher Zustand.“