Norbert Schmitt (SPD) zu Biblis: Vollständiges Versagen der Kontrolle

„RWE, die bauausführende Firma Hochtief, der Prüfingenieur und auch die Bau- und Atomaufsicht haben versagt“, sagte Schmitt. „Wieder einmal ging schief, was nur schief gehen konnte. Weder die bauausführende Firma Hochtief noch der Auftraggeber und Betreiber RWE, noch der Prüfingenieur, noch die Bauaufsicht des Kreises Bergstraße, noch die Atomaufsicht haben festgestellt, dass jeder zweite Dübel falsch eingesetzt wurde. Schon bei jedem normalen Bau wäre das ein Alarmzeichen. Dass eine solch unglaubliche Schlamperei und ein solch mangelndes Sicherheitsbewusstsein bei einem Atomkraftwerk vorkommt, ist völlig unakzeptabel.“

Zwölf Prozent der Dübel seien nicht nur falsch eingesetzt, sondern könnten die Lasten bei einem besonderen Ereignis nicht tragen, habe ein Vertreter der Atomaufsicht bestätigt. Damit gebe es ein akutes Sicherheitsproblem für Biblis, so Schmitt. Zudem habe sich in der Sitzung herausgestellt, dass die fehlerhaften Dübel eher zufällig entdeckt wurden. Erst bei einer Begehung im Vorfeld der Revision seien die gelockerten Dübel aufgefallen.

„Alles in allem zeigt der Vorgang einmal mehr, wie systematischer Leichtsinn die Kontrollsysteme in einem Atomkraftwerk aushebeln kann. Gerade die Behauptung, ‚unsere deutschen Atomkraftwerke sind sicher’, befördert das mangelnde Sicherheitsbewusstsein. Deshalb ist und bleibt der Ausstieg aus der Atomenergie und der Einstieg in erneuerbare Energien richtig“, sagte Schmitt abschließend.