Petra Fuhrmann (SPD): Früherkennungsuntersuchungen sind wichtig – Verpflichtung schützt aber nicht vor Misshandlungen

Wichtig seien vor allen Dingen Hilfsangebote an oft überforderte Eltern, zumal wenn diese sehr jung seien oder auch noch mit anderen Problemen, beispielsweise Überschuldung oder Sucht, belastet seien. „Diese Hilfen müssen niedrigschwellig sein, das heißt es muss einfach für die Eltern sein, die Beratung in Anspruch zu nehmen. Am besten wären aufsuchende Hilfen, bei denen der Berater oder die Beraterin in die Familie kommt“, so Fuhrmann.

Diese Angebote seien nicht zum Nulltarif zu haben. „Frau Lautenschläger hat zugelassen, dass für Erziehungsberatungsstellen und andere wichtige Hilfsinstitutionen kein Landesgeld mehr fließt. Damit ist es für die Familien erheblich schwieriger geworden, Hilfe zu finden“, so Fuhrmann. Jetzt eine Gesetzesänderung zu fordern, greife viel zu kurz. Mehr Prävention sei nötig, damit Kinder nicht zum Opfer würden.

„Früherkennungsuntersuchungen sind richtig und wichtig. Sie helfen, Fehlentwicklungen zu vermeiden, sie können Kinder gesund erhalten. Deshalb wollen wir, dass alle Eltern diese Untersuchungen in Anspruch nehmen“, so die Sozialdemokratin. „Um in gefährdeten Familien aber rechtzeitig einzugreifen, braucht es wesentlich mehr Hilfe, die vor allen Dingen in kürzeren Zeitabständen erfolgt“.