Tesch: Handwerksreform erfolgreich- CDU schmückt sich mit fremden Federn

Wie können Sie behaupten, dass die Qualität sinkt? Sie schlagen doch mit Ihren Äußerungen denjenigen ins Gesicht, die nun endlich die Chance haben, sich selbständig zu verwirklichen und ihre Leistungen unter Beweis stellen können.

Sicher wird es auch Existenzgründer geben, die ihr Handwerk nicht „verstehen“. Dafür gibt es aber ausreichende Regulative, zum Beispiel Verdingungsordnungen, zahlreiche Fachregeln, den Verbraucherschutz und das BGB,

Was das Preisgefüge anbelangt, so könnte sich das Preisgefüge in einzelnen Gewerken kurzfristig leicht nach unten bewegen, das kann passieren. Wenn wir uns aber überlegen, wie Handwerker ihre Kunden akquirieren, so wissen wir, dass es im privaten Kundenbereich über Mundpropaganda, Zuverlässigkeit, Service und Termintreue funktioniert und im gewerblichen Bereich über Referenzen.

Meine Damen und Herren von der CDU, Ihre Sorge liegt alleine darin begründet, dass wir mit der Novellierung der Handwerksordnung erfolgreich sind. Ich persönlich hege ein großes Vertrauen in die Arbeit der Handwerker und dies tun Sie nicht.

Im 4. Absatz Ihres Antrages stellen Sie fest, dass die Zulassung der Meister und Meisterinnen an die Hochschulen ein Zeichen der Wertschätzung ist, wessen Wertschätzung war es denn zu Anfang, wer hat denn dafür gekämpft? Die zuständigen Minister Corts und Rhiel wollten doch von diesem Vorschlag, des uneingeschränkten Zugangs zu den Hochschulen Abstand nehmen! Einige Kolleginnen und Kollegen haben heute noch Bauchschmerzen, dass sie dem zugestimmt haben. Unsere Initiative über alle Parteigrenzen hinaus, hat doch dazu geführt, dass es gegen den Willen der Minister ein einstimmiges Votum der Abgeordneten für diese Zulassung gab und der Druck der Handwerkskammer hat dazu geführt, dass die Verordnung zeitnah umgesetzt wurde.

Wir finden wöchentlich Meldungen in den Printmedien und auf den Homepages der CDU-Kollegen, in denen sie es als ihren Verdienst verkaufen! Bei jedem Empfang, bei jeder Freisprechung können wir es hören, Herr Dr. Jung, Herr Boddenberg, wie Sie sich damit rühmen– es ist schon verwunderlich, dass Sie sich ein Ergebnis auf die Fahne schreiben, dass alleine die SPD mit den Kammern nach vorne gebracht und durchgeboxt hat.

Sie schmücken sich schamlos mit fremden Federn. Vor 3 Jahren hatte die SPD diesen Antrag auf der Agenda und Sie haben ihn noch abgelehnt. Es stimmt uns hoffnungsfroh, dass Sie belehrbar sind und sich der Wirklichkeit annähern. Zählen Sie uns doch mal auf, was Sie in den vergangenen 6 Jahren für das Handwerk geleistet haben! Langsam aber sicher geht Ihnen Ihre vermeintlich wirtschaftliche Kompetenz in Hessen verloren.“