Walter: Größter Mangel an Ausbildungsplätzen in der Geschichte Hessens – Koch auf ganzer Linie gescheitert

Die SPD-Fraktion hat in dieser Woche – zu Beginn des Ausbildungsjahres in der dualen Ausbildung – Gespräche mit dem Landesarbeitsamt, mit Vertretern des DGB und der Vereinigung Hessischer Unternehmerverbände geführt und das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Wiesbaden besucht.

„Die Schere zwischen angebotenen Ausbildungsplätzen und der Nachfrage klafft mit 10.000 unversorgten Jugendlichen auf einem historischen Höchststand“, sagte Walter. Ministerprä-sident Roland Koch sei mit seiner Ankündigung, 10.000 neue Ausbildungsplätze zu schaf-fen, auf der ganzen Linie gescheitert.

Die Untätigkeit der Landesregierung löse erhebliche Folgeprobleme aus, zum Beispiel an den allgemeinbildenden Schulen und den Berufsschulen. Die durch schulische Ausbildung nur scheinbar „versorgten“ Jugendlichen drückten in den kommenden Jahren auf den Aus-bildungsmarkt, so dass nur eine zeitliche Verschiebung eintrete. „Die sogenannte Bugwelle von Altbewerbern wird immer höher“, so Walter. Deshalb sei auch das angebotene Hessen-Praktikum nur eine unzureichende Zwischenlösung. „Die Jugendlichen werden durch diese Praktika nicht qualifiziert, sondern nur ‚untergebracht‘. Im kommenden Jahr werden sie wie-der einen Ausbildungsplatz suchen. Die Landesregierung schiebt einmal mehr Probleme in die Zukunft.“

Das Grundproblem liege darin, dass nur noch 50 Prozent der ausbildungsfähigen Betriebe bereit sei, Auszubildende einzustellen. „Die Hälfte der Betriebe nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr, die andere Hälfte drückt sich. Diese Ungleichverteilung von Lasten ist nicht mehr erträglich“, so Walter. Die SPD fordere deshalb eine Umlagefinanzierung der Ausbildung. „Die Betriebe, die selbst nicht ausbilden, müssen sich finanziell an der Ausbil-dung in anderen Unternehmen beteiligen. Nur so lässt sich das System der dualen Be-rufsausbildung auf Dauer sichern.“