Habermann: IGLU-Studie führt zur Diskussion über frühe Auslese

Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet unter Berufung auf die bisher geheimen Ergebnisse der IGLU-Studie, dass deutsche Grundschüler im internationalen Ver-gleich im oberen Mittelfeld abgeschnitten hätten. Bei der Untersuchung der Leseleis-tungen der 15-jährigen im Rahmen der PISA-Studie hatten deutsche Schüler ledig-lich Platz 21 erreicht.

Habermann schloss sich der Einschätzung des Leiters der deutschen IGLU-Studie Wilfried Bos an, der sagte, dass man nicht umhin komme, auf Basis der IGLU-Daten die frühe Selektion zu diskutieren. "Ob die Einschätzung einiger beteiligter Bildungs-forscher zutreffend ist, dass die Probleme des deutschen Schulsystems erst ab Klasse fünf beginnen, bedarf sicherlich einer genauen Betrachtung. Klar ist zunächst jedoch, dass das gemeinsame Schulsystem bis zur Klasse vier im internationalen Vergleich respektable Ergebnisse bringt. Unser hochdifferenziertes System ab der Sekundarstufe I bringt diese offensichtlich nicht", stellte Habermann klar.

Aufgrund der vorab veröffentlichten Tendenzen dürften keine vorschnelle Festlegun-gen getroffen werden. Aber die Ergebnisse von IGLU legten nahe, ideologiefrei auch die Diskussion über die Schulformen zu führen. Wenn nun die erfolgreichen Länder zeigten, dass Kinder in einem gemeinsamen Schulsystem in ihrer Leistungsfähigkeit besser gefördert werden könnten und sich dies in bezug auf die Grundschule für Deutschland bestätige, müsse eine bildungspolitische Diskussion ohne parteipoliti-sche Scheuklappen geführt werden.