Quanz: Wir schaffen in Hessen einen Bildungsrat

„Wir brauchen die organisierte Zusammenarbeit zwischen dem Land auf der einen Seite, den Kommunen, den freien Trägern und den Erzieherinnen auf der anderen Seite, um gemeinsam ein Konzept für frühkindliche Bildung und die Vorschule auf den Weg zu bringen“, erklärte Quanz.

Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag habe in ihrem Regierungsprogramm festgeschrieben, dass die Kindertageseinrichtungen neben den Aufgaben zur Betreuung und Erziehung verstärkt den Bildungsauftrag in der Praxis umsetzen müssten. Die internationalen Bildungsstudien wie z.B. PISA, hätten überaus deutlich gemacht, dass Deutschland gerade in diesem Bereich bisher total versagt habe. Während in anderen Ländern eine gezielte Frühförderung für alle Kinder organisiert sei, gebe es in Deutschland bisher ein nicht länger hinnehmbares Defizit. Zu sehr werde der Schwerpunkt in den Kindertageseinrichtungen auf Betreuung gelegt, zu wenig würden durch konkrete Maßnahmen Bildungsprozesse initiiert.

„Die SPD wird bereits in den kommenden Wochen auf der Grundlage eines Rahmencurriculums für die Kindertageseinrichtungen mit den Kommunen, den Freien Trägern und der Landesarbeitsgemeinschaft der Erzieherinnen in Kontakt treten, um eine gemeinsame Grundlage für ein solches Bildungskonzept zu erörtern“ erläuterte Quanz das Vorgehen der SPD.

Ein solches Kerncurriculum solle den Rahmen bilden für die Erzieherinnen in den Kindertageseinrichtungen, um die Qualitätsentwicklung einer jeden Einrichtung entsprechend voranzutreiben. Dieses Konzept solle aber nicht den Einrichtungen übergestülpt werden, sondern in einem Dialog mit allen Betroffenen wolle man das Konzept vorantreiben. Dies sei verbunden mit einer Qualitätsoffensive in allen Einrichtungen und einer Offensive für Weiter- und Fortbildung der Erzieherinnen.

Als wichtige Ergänzung stellte Quanz fest, dass damit zum ersten Mal ein Bundesland eine konkrete Grundlage schaffe, um die Bildungsarbeit in den Kindertageseinrichtungen voranzutreiben. Zum anderen sei überaus bedeutsam, dass das Land Hessen unter einer SPD-Regierung dafür sorgen werde, dass das 3. Kindergartenjahr für alle Eltern beitragsfrei sei. Das Land übernehme im Rahmen der sogenannten Vorschule für die Eltern aller Fünfjährigen die Beiträge mittels einer Pauschale.

„Der Bildungsrat und der Dialog mit allen Betroffenen wird dazu führen, dass wir endlich auch in Hessen für die Frühentwicklung aller Kinder eine wesentliche Grundlage schaffen. Damit sorgen wir für mehr Chancengleichheit aller Kinder. Gerade diejenigen, die aus schwächeren sozialen Milieus kommen, gerade diejenigen mit sprachlichen Defiziten, aber auch die besonders Begabten können von den neuen Möglichkeiten der individuellen Förderung entsprechend profitieren", erklärte Quanz.