Reichenbach: Erfahrungen von der Elbflut zeigen: Land muss mehr beim Hochwasserschutz tun !

„Fast die Hälfte der Deichstrecken im Hessischen Ried sind dringend sanierungsbedürftig.“ Die Erfahrungen bei der Deichverteidigung an der Elbe haben nach Reichenbachs Einschätzung gezeigt, das ein Teil der maroden Deiche im Hessischen Ried kaum zu verteidigen seien. Es fehlten befestigte Zuwege, um die geforderten Sandsackmengen nahe genug an die bedrohten Deichabschnitte zu bringen. Rund 250.000 Menschen seien von Überflutung bedroht, der bezifferbare Schaden belaufe sich auf mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Darüber hinaus müsse das Land mehr für die Schulung und die personelle Ausstattung der Katastrophenschutzstäbe tun, als dies das verabschiedete Katastrophenschutzkonzept des Landes vorsehe. „Insbesondere die Kooperationsmechanismen über die Kreisebenen hinweg und die Stäbe bei den Regierungspräsidien müssen ertüchtigt werden, um die ungeheueren logistischen Aufgaben zu bewältigen und einen reibungslosen Informationsfluss sicherzustellen. Wenn die Führung und der effektive Einsatz von Tausenden von Hilfskräften nicht intensiv im Vorfeld geübt wird, dann muss es im Ernstfall zu Problemen kommen!“, erläuterte Reichenbach.

In seiner Forderung nach mehr Information für die möglicherweise betroffene Bevölkerung, fühlt sich Reichenbach bestätigt. Auch an der Elbe hätten viele Hauseigentümer nicht gewusst, dass sie in überflutungsgefährdeten Bereichen leben und wie sie sich im Ernstfall zu verhalten hätten. Dies gilt nach Reichenbachs Einschätzung auch für die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung im Hessischen Ried. „Hier muss die Landesregierung endlich umfassender als bisher geschehen ihrer Informations- und Vorsorgepflicht nachkommen“, so der Abgeordnete abschließend.