Fuhrmann: Frauenpolitik in Hessen? Fehlanzeige!

Die Tatsache, dass Frauenpolitik in Hessen inzwischen nur mehr ein Schattendasein friste, habe die gerade erst stattgefundene Debatte um den Gesetzesentwurf zum Platzverweis für prügelnde Ehemänner und Lebenspartner wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. So habe erst eine parlamentarische Initiative der SPD die schwarz-gelbe Regierung bezüglich des Themas Gewalt gegen Frauen aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken müssen. Der Gesetzesentwurf von Union und Liberalen sei zudem im Grunde genommen auch nur eine Kopie des zu diesem Zeitpunkt längst vorliegenden SPD-Entwurfs.

Auch bei der Kinderbetreuung präsentiere die Landesregierung Hessen gerne als Vorzeige-Ländle und das, obwohl es an Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren dramatisch fehle. Von einem Land der Tagesmütter und -väter, das Ministerpräsident Koch und seiner Sozialministerin vorschwebe, sei Hessen meilenweit entfernt. "Auch ein Versorgungsgrad von etwa drei Prozent ist ein Armutszeugnis", betont Petra Fuhrmann. Die Landesregierung habe drei Jahre Zeit gehabt, das Problem anzugehen, aber nur magere 504 neue Betreuungsplätze seit Dezember 2000 neu geschaffen. 504 Plätze für 21 Landkreise!

Trotz des Kahlschlags in der hessischen Frauenpolitik werde die zuständige Ministerin sicher angesichts des Internationalen Frauentages wieder ein paar wohlformulierte Worte an Hessens Frauen richten. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn es diesmal nicht bei puren Lippenbekenntnissen bliebe, sondern den Worten zur Abwechslung auch einmal Taten folgen würden", fordert Fuhrmann.