SPD will Vorschule und flexiblen Schuleingang

Nach den Vorstellungen der hessischen SPD sollen alle Kinder ab dem fünften Lebensjahr in die Vorschule aufgenommen werden, um die Vorbereitung auf die Schule zu verbessern. Ein entsprechendes Konzept stellten der Fraktionsvorsitzende der SPD im Hessischen Landtag, Gerhard Bökel, die kinderpolitische Sprecherin der Fraktion, Karin Hartmann, und der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Lothar Quanz, am Donnerstag in Wiesbaden vor.

"Wenn wir die Erkenntnisse aus der PISA-Studie ernst nehmen, müssen wir in Deutschland vor allem neue Akzente im Kindergarten und beim Übergang in die Grundschule setzen. Dies wurde uns gestern vom Leiter des Max-Planck-Institutes für Bildungsforschung Prof. Dr. Jürgen Baumert noch einmal bestätigt", sagte Bökel. Darüber hinaus habe die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände in ihrem aktuellen 10-Punkte-Programm zur Bildungspolitik mit dem "Schulpakt für Hessen" eben diese Forderung erhoben.

Bökel: "Wir sehen einen breiten gesellschaftlichen Konsens, jetzt mutige Schritte einzuleiten und auch die erforderlichen Ressourcen dafür bereit zu stellen. Die SPD wird nach der Übernahme der Regierungsverantwortung zum Schuljahresbeginn 2004/05 das vorgestellte Konzept umsetzen."

Karin Hartmann und Lothar Quanz erläuterten das Konzept, nach dem alle Fünfjährigen verpflichtend in die Vorschule aufgenommen werden sollen. Dieses Vorschuljahr, das abhängig von den räumlichen Kapazitäten sowohl an Kinderbetreuungseinrichtungen als auch an Schulen angegliedert werden könne, werde für die Eltern beitragsfrei gestellt. Die entsprechenden Kosten hierfür werde das Land tragen.

"In diesem Vorschuljahr werden die Kinder fit gemacht für die Schule. Dafür sind natürlich eine enge inhaltliche Abstimmung und eine personelle Verzahnung mit den Grundschulen erforderlich. Darüber hinaus ist eine klare Definition des vorschulischen Bildungsauftrags, also ein entsprechendes Curriculum, unverzichtbar", verdeutlichte Hartmann.

Die so auf die Schule vorbereiteten Kinder würden dann selbstverständlich in die Schule aufgenommen, die Vorklassen würden aufgelöst. Alle Kinder kämen also mit den sechsten Lebensjahr in die Grundschule und damit werde das Schuleintrittsalter im Durchschnitt gesenkt, so Quanz und Hartmann.

"Trotzdem wird es unterschiedliche Entwicklungsstände der Kinder geben. Daher soll auch die Schuleingangsstufe aus Klasse 1 und 2 der Grundschule reformiert werden. Für besonders weit entwickelte Schülerinnen und Schüler wird daher die Möglichkeit bestehen, die Klassen 1 und 2 in einem Jahr zu durchlaufen. Kinder, die etwas mehr Zeit brauchen, können in diesen Klassenstufen bis zu drei Jahre verbleiben. So erreichen wir eine frühe und intensive Förderung der Kindern, die vor allem auch auf den Spracherwerb und damit auf die Grundlage für Bildung und Integration gerichtet sein muss", erläuterte Quanz.

Hierfür lasse sich nahtlos an die guten Erfahrungen der Schulversuche zur Neuordnung der Schuleingangsstufe anknüpfen, die sich in der Vergangenheit bewährt hätten.

Die SPD werde nach der Landtagswahl in Frühjahr 2003 die notwendigen Voraussetzungen für eine reibungslose Neuordnung der frühkindlichen Bildung schaffen und ab dem Jahr 2004 mit dem neuen System die Bildungschancen für alle Kinder verbessern.