Fuhrmann: Hessen noch lange kein „Familienland“- Grosse Anfrage zur Kinderbetreuung soll Klarheit schaffen

Mit einer Großen Anfrage zur Kinderbetreuung in Hessen nehme die SPD das Programm der Landesregierung genauer unter die Lupe. "Wir wollen wissen, wie viele Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren neu geschaffen wurden, ob Tagesmütter/-väter das Angebot nutzen und Zuschüsse zur Alterssicherung beantragen, und den Investitionsbedarf in den Kommunen ermitteln, um zu sehen, ob sich tatsächlich etwas ändert", so die SPD-Politikerin. "Noch immer kommt es einem Sechser im Lotto gleich, wenn Eltern nach mühsamer Suche einen Betreuungsplatz ergattern und nicht auf ellenlangen Wartelisten landen."

Wer wie die Sozialministerin einräume, dass die Kinderbetreuung in Hessen noch lückenhaft sei, müsse aus dieser Erkenntnis auch entsprechende Rückschlüsse ziehen, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. "Die eher magere Erhöhung der Landesmittel um 1,7 Millionen EURO, die Frau Lautenschläger im nächsten Jahr zusätzlich in das Programm fließen lassen möchte, wird die betroffenen Eltern nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass auch weiterhin nur drei von Hundert Kleinkindern überhaupt untergebracht werden können", so Fuhrmann.

Angesichts eines ständig steigenden Bedarfs an Betreuungsplätzen durch den Anstieg von Alleinerziehenden einerseits und einer stetigen Zunahme berufstätiger Mütter andererseits, sei mit einer baldigen Verbesserung des Versorgungsgrades in naher Zukunft nicht zu rechnen, prognostizierte die SPD-Politikerin.

Die Erklärung der Landesregierung in den Fach- und Fördergrundsätzen ihrer "Kinderbetreuungsoffensive", in denen CDU und FDP die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen zentralen Grundsatz ihrer Familienpolitik nennen und sie mit bedarfsgerechten, qualitativ hochwertigen und flexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu gewährleisten gedenken, erscheine in Anbetracht der gravierenden Versorgungslücken lachhaft, so die Abgeordnete.

"Ich lege Frau Lautenschläger dringend ans Herz, das Fell des Bären künftig erst dann zu verteilen, wenn er erlegt ist und nicht bereits von einem Riesenschritt auf dem Weg zum Familienland Hessen zu sprechen, wenn die Schaffung von Plätzen für Klein- und Grundschulkinder noch im wahrsten Sinne des Wortes in den Kinderschuhen steckt", schloss Fuhrmann.