Spies: Krebsregister sollte allen hessischen Bürgern nützen

"Immerhin ist der Sinn eines Krebsregisters inzwischen auch von der Landesregie-rung verstanden worden", so Spies. Er erinnerte daran, dass die inzwischen ausge-schiedene Sozialministerin Mosiek-Urbahn 1999 das hessische Krebsregister – ent-gegen aller anderen Bundesländer – stillschweigend abschaffen wollte. Erst durch einen Gesetzentwurf der SPD-Fraktion war es seinerzeit gerettet worden.

Der Entwurf, der die anonymisierte Erfassung aller Krebsfälle in Hessen zu wissen-schaftlichen und präventiven Zwecken regeln soll, bezieht sich nur auf den Regie-rungsbezirk Darmstadt und vernachlässigt so einen großen Teil des Landes. In ande-ren Bundesländern sei eine flächendeckende Erfassung bereits Standard, so Spies weiter, da sie bei nur geringen Mehrkosten erheblich umfangreicheres Datenmaterial liefern könne. Durch den hessischen Entwurf sei die Aufgabe nur minimal erfüllt. "Warum haben die Menschen in Kassel, Eschwege, Gießen, Marburg, Korbach, Hersfeld, Fulda usw. nicht verdient, von einem Krebsregister zu profitieren?" fragt Spies. Es sei unverständlich, warum die Landesregierung anscheinend so wenig Wert darauf lege, den hessischen Standard an den der anderen Bundesländer an-zugleichen.

Völlig unverständlich sei es aber, dass auch die beiden hessischen Medizinfachbe-reiche Marburg und Gießen, die insbesondere durch ihre Tumorforschung fast neun-zig Prozent aller DFG-Fördermittel für medizinische Forschung nach Hessen holten, von den wissenschaftlichen Möglichkeiten nicht profitieren sollen.