Hoffmann: Konfusion statt Krisenmanagement bei BSE und MKS

Am 5.April habe das "Trio infernale der Hessischen Tierseuchenpolitik", bestehend aus Ministerpräsident, Sozialministerin und Landwirtschaftsminister flächendeckende vorbeugende Impfungen gegen MKS gefordert. Der Vertreter des Landes Hessen stimmte im Nationalen Krisenstab aber gegen vorbeugende Impfungen. Dann befürwortete die Sozialministerin auch keine vorbeugenden Impfungen mehr in Hessen, um dem Land den Status "MKS-frei" zu erhalten, erläuterte Hoffmann. Im Widerspruch zu dieser plötzlichen Kehrtwende stehe nun ein Antrag der Koalitionsfraktionen, der die Zulassung flächendeckender vorbeugender Impfungen fordert.

Christel Hoffmann sprach sich für vorbeugende Impfungen unter engen Vorgaben aus. Voraussetzung dafür seien (noch nicht verfügbare) Markerimpfstoffe und zugelassene serologische Tests, die zwischen Impfung und Infektion unterschieden. Neben dem EU-Seuchenrecht müsse dazu aber der Tiergesundheitskodex des Internationalen Tierseuchenamtes geändert werden, der vorbeugende Impfungen mit dem Verlust des Status "MKS-frei" gleichsetzt. Zugleich mahnte Christel Hoffmann auch Änderungen in der Tierhaltung an. Seuchenprophylaxe statt Tiertransporte quer durch den Kontinent sei angesagt.

Christel Hoffmann begrüßte die Kohortenschlachtung, die im Vorgriff auf die neue BSE-Verordnung bei dem ersten hessischen BSE-Fall angewandt wurde. Allerdings habe die Sozialministerin hier auf Druck des Bauernverbandes gehandelt. Anders sei es nicht zu erklären, dass die Ministerin erst aus Verbraucherschutzgründen die gesamte Herde töten lassen wollte, vier Stunden später aber erklärt, dass die Kohortentötung angebracht sei – ebenfalls aus Verbraucherschutzgründen.