Schaub: Koch muss Kumpanei mit Kanther beenden

"Bislang drängt sich der Eindruck von unerträglicher Kumpanei zwischen Koch und seinem Amtsvorgänger auf. Trotz schwerer Verstöße gegen die Verfassung und gegen das Parteiengesetz ist Kanther noch immer CDU-Mitglied und wird von Koch geschont. Offensichtlich traut sich Koch nicht, Kanther die notwendigen Konsequenzen für sein Fehlverhalten spüren zu lassen, weil es ein gegenseitiges Druckpotential gibt", sagte Schaub am Samstag in Kassel beim Zukunftskongress der Jungsozialisten und des SPD-Bezirks Hessen-Nord. "Während die Bundes-CDU überlegt, endlich Herrn Kiep rauszuwerfen, unternimmt die hessische Schwarzgeld-CDU nichts gegen ihren Ex-Vorsitzenden, der seiner Partei geschadet hat wie kein zweiter."

Die Laschheit gegenüber Kanther sei ein Indiz dafür, dass Koch von seinem Vorgänger sehr wohl über die Schwarzen Konten in der Schweiz informiert worden sei. "Koch traut sich an Kanther nicht heran, sondern rehabilitiert ihn schon wieder Stück für Stück. Die CDU bezeichnet sich selbst zwar als Geschädigte, aber sie zieht den Verursacher des größten Parteiskandals in der Geschichte der Bundesrepublik nicht zur Verantwortung – das passt nicht zusammen", sagte Schaub. Auch die anderen Beteiligten im Schwarzgeld-Skandal, von der Buchhalterin Elke W. über den stellvertretenden Landesgeschäftsführer Hehn bis zu Prinz Wittgenstein seien von der CDU mit Samthandschuhen angefasst worden.