Quanz: Kultusministerin mit Oberstufenkonzept gescheitert

Die Einigung zur Reform der Oberstufe sieht vor, dass es bei zwei fünfstündigen Leistungskursen bleiben wird, dass Deutsch und Mathematik vierstündig unterrichtet und die Zahl der Prüfungsfächer im Abitur auf fünf erhöht werden soll. Zu den Prüfungsfächern sollen Deutsch und Mathematik sowie eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft zählen.

"Die Einigung ist ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung, weil die antiquierten Vorstellungen der Ministerin von Schwerpunktklassen in der Oberstufe vom Tisch sind und das bewährte Kurssystem im Kern bestehen bleibt", wertete Quanz.

Dennoch sei das Ergebnis in der Summe nicht zufriedenstellend. Denn durch die Fülle der verbindlichen Fächer und Prüfungsinhalte werde die Wahlmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer Begabungen und Stärken inakzeptabel eingeschränkt. "Es ist sachlich nicht zu begründen, warum das Fach Mathematik eine so dominierende Stellung einnimmt. Wir wollen hier eine Gleichstellung mit Naturwissenschaften und der Informatik", betonte Quanz.

Der Bildungspolitiker wies in diesem Zusammenhang auch auf die besondere Situation der beruflichen Gymnasien hin. Durch die Festlegung des ersten Leistungskurses auf die gewählte Fachrichtung käme hier die Einschränkung der Wahlmöglichkeiten besonders zum Tragen. "Wir wollen Schwerpunktbildungen der Schüler fördern und damit den einzelnen Schulen auch die Möglichkeit zur Profilbildung geben. Wir hoffen, dass auch die Koalitionsparteien im Interesse der Schülerinnen und Schüler noch zur Vernunft kommen", so Quanz abschließend.