Fuhrmann: Was Narren sagen, muss auch Roland Koch ertragen

Herrn Präsident, meine Damen und Herrn,
zu diesem Punkt, da red ich gern
und in diesem hohen Haus
gibt"s keinen Tusch, nur mal Applaus
für Reden, die man hier so hält
und die dann hört die ganze Welt!

Reden schreiben ist nicht schwer,
die Reden halten aber sehr,
der Protokoller musst"s erleben,
nach Wiesbaden hat er sich begeben,
zu sagen dort der Narrenschar,
wie"s in Hessen wirklich war.

Doch eines musste er erkennen,
du sollst nicht Ross und Reiter nennen,
willst du als Protokoller mal berichten,
muss Metz das Protokoll erst sichten,
und dann wird gänzlich ungeniert,
das Protokoll geändert und zensiert.

Zensur ist, wenn der Fastnachtsmann
wirklich nicht mehr lachen kann
und die Presse nicht versteht,
worum"s dem Protokoller geht,
doch das ist in der Staatskanzlei
wirklich jedem einerlei
da fängt die Fassnacht irgendwann
schon am 6. Januar an.

So geschehen vor gut einem Jahr
es war ja auch die Presse da,
da wurde vor Kindern selbst gelogen
dass sich schon mal die Balken bogen,
doch die Presse hat"s erkannt,
und bald ging"s rund im ganzen Land,
dies Jahr wollt man sich nicht schaden
hat sie – die Presse – ausgeladen.

So zieht das Band sich immer weiter,
das findet keiner wirklich heiter,
selbst in der Bütt, wo man sonst lacht,
wird noch Politik gemacht,
und wer nur Diener um sich hält,
verliert den Blick für diese Welt.

Üben sich Narren als Kritiker,
ist das auch gut für uns Politiker,
Hält man uns den Spiegel vor,
dann nehmen wir es mit Humor,
denn wer die Wirklichkeit verkennt,
schnell in eine Sackgass" rennt

Das, was Narren heute sagen,
muss auch Roland Koch ertragen,
nach Bimbes, Schwarzgeld und auch Lügen,
darf man die Wahrheit nicht verbiegen,
die Fastnacht ist ein guter Brauch,
die SPD unterstützt das auch!

Herr Präsident, ich komm" zum Schluss,
sonst herrscht im Landtag schnell Verdruss.
Dem Antrag der Grünen stimmen wir zu,
der Narrenmund gehört zur Fassnacht dazu,
Kritik ist üblich, muss auch sein,
da trügt auch sicher nicht der Schein,
dass das, was unsere Hessen wollen,
die Narren deutlich sagen sollen.

Wenn Fassnacht nicht mehr Fassnacht ist,
Kritik nicht zu ertragen ist,
dann ist Demokratie dahin,
doch darin seh" ich keinen Sinn.
Für viele Hessen ist es klar
wir wollen neu wählen dieses Jahr!
Und nach dieser Narrenshow
wären wohl auch die Narren froh,
könnten Sie zur Urne gehen
und neu wählen, das wär schön.

Ich hör jetzt auf, das ist keine Bütt,
zwar sitzt hier ein Präsident in der Mitt`
doch der Elferrat, der fehlt uns hier,
vielleicht wär der auch eine Zier,
und dann könnten wir sagen, ganz frisch und frei
am Aschermittwoch ist alles vorbei,
doch da drauf zu warten, das braucht Zeit,
ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.