Quanz (SPD): Schulgesetzreform bei Anhörung durchgefallen

Im Mittelpunkt der Diskussion standen zum einen die Pläne der Landesregierung, die strikte Trennung der Schülerinnen und Schüler in Haupt- und Realschulen und in Gymnasien zu forcieren, sowie zum anderen die Zurückstellung von Schülerinnen und Schülern, die die deutsche Sprache nicht hinreichend beherrschen.

Insbesondere bei der geplanten Rückstellung der Kinder ausländischer Herkunft von Schulunterricht war die Einschätzung der von den Fraktionen bestellten Experten eindeutig: Diese Regelung verbaue Bildungschancen. Die Schule müsse vielmehr ein anregendes Lernumfeld schaffen und sprachliche Defizite ausgleichen.

"Diese Position der Sachverständigen wird von der SPD voll geteilt. Wir müssen unsere Politik darauf ausrichten, alle Kinder möglichst früh zu fördern und nicht einer Gruppe von Kindern von vorne herein Chancen auf einen Bildungserfolg verbauen", schloss sich Quanz der Kritik an.

Daneben sei von den Kommunalen Spitzenverbänden deutlich gemacht worden, dass die Verpflichtung schulformbezogene Bildungsangebote vorzuhalten, abgelehnt werde. Einerseits handele es sich um einen Eingriff in die Gestaltungsrechte der Schulträger, andererseits würden die Schulträger – wie das Beispiel Kelsterbach zeige – vor kaum lösbare Probleme gestellt. Aber auch aus pädagogischer Sicht wurden dies Pläne verworfen.

Mit Blick auf die PISA-Studie sei es – so der Essener Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Klemm – nicht nachvollziehbar, dass funktionierende und von den Schulen gewünschte integrierte Systeme abgeschafft werden sollen.

"International ist unstrittig, dass der Unterricht nach früher Selektion und tendenzieller Homogenisierung der Leistungsfähigkeit in Lerngruppen die Leistungsstärkeren nicht stärker fördert, als der Unterricht nach später einsetzender Separierung. Frühe Separierung verursacht bei den Leistungsschwächeren aber ein Ausbremsen der Leistungsfähigkeit, also eine Vergeudung von Entwicklungspotentialen", so Klemm.

Die SPD sehe sich durch die Ausführungen der Wissenschaftler in ihrer Kritik bestätigt, so Quanz. Er machte darauf aufmerksam, dass bisher lediglich die Bundesergebnisse der PISA-Studie vorlägen und selbst diese noch nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ausgewertet seien.

"Nach der Anhörung zu dem Gesetzentwurf der Landesregierung bestätigt sich, dass die Intentionen des Gesetzentwurf den neuen Erkenntnisse der Bildungsforschung vollkommen widersprechen", so Quanz abschließend.

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