Walter: Kanthers Aussage geprägt von Parteitaktik und Verteidigungsstrategie

Kanther nehme keineswegs alle Schuld auf sich, sondern nur so weit, wie es die heutigen Akteure, insbesondere Roland Koch entlaste und für ihn – Kanther – daraus keine strafrechtliche Relevanz folge. "Die strafrechtliche Verantwortung lädt Kanther völlig bei Prinz Wittgenstein ab, der nach Kanthers Darstellung schließlich als einziger noch vom Schwarzgeld in der Schweiz wusste und demnach die Verantwortung für die angeblich nicht erfolgte Information Kochs trägt."

Erschütternd sei das Sittenbild der hessischen CDU gewesen, dass Kanther gezeichnet habe. "Dass er als einzige Legitimation für seine systematischen und vorsätzlichen Verstöße gegen das Parteienrecht, gegen das Grundgesetz und gegen die Satzung der CDU die angebliche "Akzeptanz" seiner Handlungen anführt, beweist den mangelnden demokratischen Umgang und die mangelnde demokratische Kontrolle innerhalb der CDU", so Walter. Angesichts dieser Offenbarungen und nach diesem parteischädigenden Verhalten stelle sich die Frage, warum Roland Koch es überhaupt noch zulasse, dass Manfred Kanther CDU-Mitglied sei. "Die Antwort fällt leicht: Herr Kanther wird mit Glacéhandschuhen angefasst, weil er sonst die Wahrheit sagen würde."