SPD für Ganztagsangebote in allen Schulformen

"Uns geht es um die Qualität von Schule. Wir wollen Hessens Schulen helfen, sich weiter zu entwickeln. Schulen müssen die heutige Schülergeneration befähigen, unter veränderten Bedingungen in der Gesellschaft Wissen zu erwerben, Lösungs- und Handlungskompetenzen zu entwickeln und sich als ganzheitliche Persönlichkeiten zu entfalten. Ein wichtiger Schritt dahin ist der Ausbau von Ganztagsangeboten in allen Schulformen und die Weiterentwicklung vieler Schulen hin zu Ganztagsschulen", dies erklärten heute der stellvertretende Vorsitzende und der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Gerhard Bökel und Lothar Quanz in Wiesbaden.

Bökel fügte an, dass die veränderte Lebenswirklichkeit und der legitime Wunsch nach Berufstätigkeit beider Elternteile ebenso wie die gestiegene Zahl der Alleinerziehenden ein höheres Maß an qualifizierten Ganztagsangebote erfordere. "Das Konzept der `Betreuung Light´ nach Kultusministerin Wolff wird den Bedürfnissen der heutigen Zeit nicht im mindesten gerecht", kritisierte der Abgeordnete. Im übrigen beschränkten sich die Vorstellungen der SPD nicht auf die Grundschulen, sondern schlössen die weiterführenden Schulen ausdrücklich mit ein.

Es gehe darum, methodische, lerndidaktische und erzieherische Möglichkeiten besser zu nutzen, um die vielen Fertigkeiten und Fähigkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler sich entfalten zu lassen.

Lothar Quanz erläuterte das Konzeptpapier, demzufolge die SPD vordringlich folgende Zielsetzungen verfolge:

"Zunächst muss die 13-Uhr-Mauer fallen, damit wir endlich Zeit für Lehren und Lernen haben", betonte Quanz. Dies bedeute, dass zunehmend im Nachmittagsbereich qualifizierte Angebote gemacht werden müssten. Dies sollten aber nicht nur Unterrichtsveranstaltungen sein. Vielmehr sollten Angebote zunächst vorwiegend auf freiwilliger Basis, wie bspw. Arbeitsgemeinschaften, Fördermaßnahmen für schwächere wie auch für besonders begabte Schülerinnen und Schüler oder einfach Hausaufgabenbetreuung, gemacht werden. Die Angebote sollten ferne nicht ausschließlich in staatlicher Verantwortung durchgeführt werden. Vereine und Institutionen sollen nach Vorstellung der SPD ihr Wissen und ihre Leistungen hier einbringen können.

"Zweitens ist ganz klar: Die Ganztagsschule können wir nur mit der aktiven Beteiligung der Kreise, Städte und Gemeinden erreichen", betonte Quanz. Dabei sollten die Mittel und Stellen des Landes mit den Mittel und Stellen der kommunalen Träger der Jugend- und Sozialhilfe gebündelt und die unterschiedlichen Maßnahmen sinnvoll miteinander kombiniert werden.

"Praktisch kann das beispielsweise bedeuten, dass die kommunalen Hortangebote im Schulgebäude organisiert werden und der Stadtjugendpfleger im Schüler-Café präsent ist", erläuterte Quanz. Dafür sei dringend erforderlich, die Zuständigkeiten zwischen den Schul- und Jugendhilfeträgern einerseits und dem Land andererseits neu zu ordnen.

Dabei gehe es nicht um die Erweiterung der Aufgaben der Schule um die "Aufbewahrung" von Kindern, sondern um die Verbesserung des Lehrens und Lernens. Die Handlungsschritte und Maßnahmen dienten allen Schülerinnen und Schülern, sie dienten den Familien und sie dienten letztlich der gesamten Gesellschaft, weil neben zusätzlichen Möglichkeiten der Wissensvermittlung wichtige sozial-integrative Arbeit geleistet werden und die Persönlichkeitsbildung jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen umfassend gefördert werden könne.